ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2005Patientensicherheit. Leitfaden für den Umgang mit Risiken im Gesundheitswesen

BÜCHER

Patientensicherheit. Leitfaden für den Umgang mit Risiken im Gesundheitswesen

Dtsch Arztebl 2005; 102(23): A-1662

Holzer, Elke; Thomeczek, Christian; Hauke, Eugen; Conen, Dieter; Hochreutener, Marc-Anton

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Patientensicherheit
Vielfältige Sichtweisen
Elke Holzer, Christian Thomeczek, Eugen Hauke, Dieter Conen, Marc-Anton Hochreutener: Patientensicherheit. Leitfaden für den Umgang mit Risiken im Gesundheitswesen. Facultas Verlags- und Buchhandels AG, Wien, 2005, 195 Seiten, broschiert, 14,90 €
Naming – Blaming – Shaming – so lässt sich der bewährte Dreisprung zusammenfassen, mit dem nicht mehr unter den Tisch zu kehrende Fehler in einer Handlungskette einer einzelnen Person – dem vermeintlich oder tatsächlich Schuldigen – zugewiesen werden. Dies mag den übrigen Beteiligten kurzfristig entlastend und bequem erscheinen, auf lange Sicht wächst der zu zahlende Preis für den nächsten Fehler – und der kommt garantiert. Sind hoch komplexe medizinische Leistungen betroffen, zahlt möglicherweise der Patient mit seinem Leben.
Vor diesem Hintergrund sind Strategien für einen systematischen Umgang mit Risiken und Fehlern im Gesundheitswesen zunehmend populär. An Konzepten, die sich bei genauerem Hinsehen manchmal nur als Aneinanderreihung hinlänglich bekannter Schlagworte aus dem Bereich des Qualitätsmanagements erweisen, herrscht durchaus kein Mangel. Insofern ist der neue Leitfaden „Patientensicherheit“ als Ansatz zu begrüßen, ausgewiesene Kenner der Materie in einem gemeinsamen und trotzdem handlich geratenen Buch zu Wort kommen zu lassen. Bemerkenswert und bereichernd ist dabei die Beteiligung österreichischer und schweizerischer Autoren zugunsten eines erweiterten Blickfeldes innerhalb des deutschsprachigen Raumes.
Sowohl der interessierte Einsteiger als auch der fortgeschrittene Leser können von der Vielfalt der Sichtweisen profitieren, auch wenn diese Vielfalt stellenweise auf Kosten der Lesbarkeit geht. Wer jedoch rasche perspektivische und stilistische Wechsel nicht scheut (wobei sich Halt im umfassenden Glossar des Leitfadens finden lässt), wird mit zahlreichen gelungenen und mitunter in ihrer Klarheit erfrischenden Beiträgen – etwa zum Mythos der Null-Fehler-Toleranz – belohnt werden. Ulrich Zorn
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