ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2005Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Alte Rezepte nutzen

MEDIZIN: Diskussion

Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Alte Rezepte nutzen

Dtsch Arztebl 2005; 102(25): A-1817 / B-1535 / C-1450

Doepp, Manfred

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LNSLNS Es ist verdienstvoll, eine Brücke zu schlagen zwischen Ernährung und Heilkunde, zwischen kommerziellen (zum Beispiel Nestle) und lebensstilverbessernden Motiven. Was jedoch würde die Logik verlangen? Würde man in einen Topf mit verschmutztem Wasser sauberes Wasser gießen, um das Milieu zu normalisieren? Warum wollen wir nicht lernen von den Völkern, die seit Jahrtausenden unter schlechten hygienischen Bedingungen (vor allem vor Einführung des Kühlschranks) und damit laufenden Anomalien der Darmflora leiden?
Schauen wir zu den Mittelmeeranrainern, so finden wir eine gehäufte Anwendung von Gewürzen wie Wermut, Curcuma, Gewürznelken und Kümmel sowie eine Reihe von Tees wie Cistus-incanus-Tee aus der Familie der Cistaceae, Zistrosengewächse. In Ägypten wäre das Schwarzkümmelöl zu erwähnen, neuerdings Pampelmusenkernextrakt. Diese Stoffe seien in der Lage, den Anteil von Pathobionten in der Darmflora zu reduzieren, sodass Probiotikastämme die Schleimhaut effektiver besiedeln können. Allerdings ist auch hier zu bedauern, dass eine Forschung auf diesem Gebiet bisher weitgehend fehlt, trotz klarer Hinweise dafür, dass das Leaky-gut-Syndrom (erhöhte Durchlässigkeit der Darmmukosa) an dem sich verbreitenden Übergewicht einen hohen Anteil aufweist.
Dr. med. Manfred Doepp
Buchbichl 52
83737 Irschenberg

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