ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2005Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Probiotika, Präbiotika und Synbiotika: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2005; 102(25): A-1817 / B-1535 / C-1450

Bischoff, Stephan C.

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LNSLNS Der Gedanke, dass Probiotika eine Brücke schlagen zwischen Ernährung und Heilkunde kann nachvollzogen werden, zumal Probiotika als probiotische Joghurts sowie in gereinigter Form als Kapseln oder ähnliches angeboten werden. In der Tat finden sich für die heutigen probiotischen Konzepte zahlreiche Vorformen aus alten Kulturen (Beispiel Kefir), die die Richtigkeit der Konzepte nicht garantieren können, aber durchaus unterstützen. Die Darmflora mit „verschmutztem Wasser“ zu vergleichen, erscheint dennoch nicht plausibel. Ob bestimmte Gewürze, Teesorten, Ölsorten oder Pampelmusenkernextrakte probiotische Effekte im Sinn der genannten Definition von Probiotika besitzen, ist wissenschaftlich nicht untersucht worden. Intention unserer Arbeit war aber gerade, sich auf wissenschaftlich belegte probiotische Effekte zu begrenzen. Deshalb konnten viele andere Produkte als die in unserer Arbeit genannten nicht berücksichtigt werden. Damit soll nicht präjudiziert werden, ob objektivierbare Wirkungen bestehen könnten, aber hier gilt, wie für alle Probiotika, die Notwendigkeit des Nachweises einer klinischen Wirksamkeit nach anerkannten wissenschaftlichen Methoden, bevor man über gesicherte Effekte sprechen kann. Auf der anderen Seite geben wir dem Kollegen Recht, wenn er bedauert, das auf diesem Sektor mehr wissenschaftliches Engagement wünschenswert wäre, um Klarheit für den Mediziner im Sinn der evidenzbasierten Medizin zu schaffen.

Prof. Dr. med. Stephan C. Bischoff
Universität Stuttgart Hohenheim
Abteilung Ernährungswissenschaften
und Immunologie, Fruwirthstraße 12, 70593 Stuttgart

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