VARIA: Bildung und Erziehung

Studienpädagogische Privatschulen: „Fördern und fordern“

Dtsch Arztebl 2005; 102(25): A-1835 / B-1551

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
Das Unterrichtskonzept zweier Schulen in der
Nähe Berlins setzt auf Freude an der Leistung.

Viele Eltern und Kinder suchen in Zeiten von hoher Arbeits- und wachsender Perspektivlosigkeit nach Möglichkeiten, beides zu umgehen. Ein Schulkonzept, nach dem an verschiedenen Studienpädagogischen Privatschulen in der Nähe von Berlin nach dem Motto „fördern und fordern“ unterrichtet wird, möchte Schülern eine solche Möglichkeit bieten.
Anfang der Neunzigerjahre entwickelte Dr. Kristof von Platen gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Sabine von Platen das so genannte Studienpädagogische Konzept. Hiernach findet der Unterricht nicht wie gewohnt in bunt gemischter Fächerreihenfolge statt, sondern im einwöchi-gen Wechsel von sprachlich-geisteswissenschaftlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Blöcken. Die Stundeneinheiten umfassen zudem nicht 45 Minuten, sondern 100. Dabei wird den Schülern in rund 60 Minuten der Stoff vermittelt, an-schließend sollen sie ihn durch verschiedene Aufgaben üben und festigen. Es gibt keine Hausaufgaben, dafür werden an jedem Freitag Klausur- und Klassenarbeiten geschrieben oder die Schüler müssen einen mündlichen Vortrag halten. In den letzten zwei Wochen eines Schuljahres, jeweils zu festen Terminen, werden Abschlussklausuren geschrieben. „Das System ermöglicht es den Schülern, auf den Punkt zu lernen und sich bereits im Vorfeld auf kommende Prüfungen einzustellen“, unterstreicht Sabine von Platen die Vorzüge des Konzepts gegegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die Zensur wird nicht nur auf der Grundlage der Abschlussklausuren gegeben, sondern auf der Grundlage der über das ganze Jahr erbrachten Leistungen. Noch ein weiterer Punkt macht das Studienpädagogische Konzept ihrer Ansicht nach wettbewerbsfähig: die regelmäßigen mündlichen Prüfungen.
1999 entschied sich das Ehepaar für den Aufbau der Privatschule Zeuthen-Eichwalde/Internationale Studienschule (ISS). Hier können Schüler in zwei bis vier Semestern ihr Abitur oder bereits ein „Studienabitur“ , einen Nachweis über die Befähigung zum Studium, erlangen. Wie am Gymnasium soll der Lernprozess durch das Studienpädagogische Prinzip gestrafft werden. Zugleich wird Schülern, die die „Befähigung zur gymnasialen Oberstufe“ an einer anderen Schule nicht erlangt haben, ermöglicht, dennoch ihr Abitur zu machen. „Es hat sich gezeigt, dass man auch aus ,Problemkindern‘ noch eine Menge rauskitzeln kann“, berichtet Kristof von Platen. Heute werden rund 370 Schüler an den Privatschulen unterrichtet, davon etwa 300 am Gymnasium Villa Elisabeth. Im Oktober letzten Jahres erweiterten von Platens ihr Angebot um eine Internationale Fachhochschule, die IFH Villa Elisabeth. Hier können Studierende nach sechs Semestern einen Bachelor-Abschluss mit Schwerpunkt Politikwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften erlangen; unterrichtet wird nach dem Studienpädagogischen Prinzip. Die Nähe zu Berlin soll durch regelmäßige Besuche und durch Gastlektoren genutzt werden. Hierüber sollen die Studierenden erste Kontakte knüpfen und sich um Praktikumsstellen bemühen – alles zugunsten ihres „Marktwerts“. Martina Merten

Kontakt:
Privatschule Zeuthen-Eichwalde, Höhere Studienschule, Uhlandallee 28–30, 15732 Eichwalde bei Berlin, Telefon: 0 30/6 75 52 62, E-Mail: mail@privatschule-eichwalde.de, Internet: www.privatschule-eichwalde.de
Anzeige

    Leserkommentare

    E-Mail
    Passwort

    Registrieren

    Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

    Fachgebiet

    Zum Artikel

    Alle Leserbriefe zum Thema

    Login

    Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

    E-Mail

    Passwort

    Anzeige