ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1997Chefärzte – Lösung: ärztlicher Direktor

SPEKTRUM: Leserbriefe

Chefärzte – Lösung: ärztlicher Direktor

Hohmann, Claas

Zu dem Leserbrief "Wir wollen keine Bürokraten sein" von Prof. Dr. med. Martin Vogel in Heft 46/1996
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LNSLNS Die Ausführungen . . . entsprechen leider den althergebrachten Vorstellungen, nach welcher sich die Betriebsleitung eines Krankenhauses um die finanzielle Seite des Betriebes kümmert und die ärztliche Seite sich ohne Kenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge allein um medizinische Angelegenheiten kümmert. Diese Trennung hat aufgrund der Tatsache, daß weder der im Krankenhaus tätige Betriebswirt Einsicht in medizinische Sachverhalte noch die Mediziner Einsicht in die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge haben, durch die hieraus resultierende Verständnisschwierigkeit wesentlich zu der Misere im Krankenhaus beigetragen. Diese unproduktive Situation läßt sich auch nicht durch einen dem Chefarzt zur Seite gestellten Betriebswirt verändern.
Was in den Krankenhäusern benötigt wird, ist eine integrative Führungsposition, welche sowohl die medizinischen als auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge kennt und aus dieser Kenntnis beide Bereiche berücksichtigende Entscheidungen treffen kann und somit in der Lage ist, neue Strategien für das Krankenhaus zu entwerfen. Daß diese Position nicht durch einen klinisch tätigen Abteilungs-Chefarzt zu besetzen ist, ergibt sich zum einen aus zeitlichen, zum anderen aus Gründen der Interessenverstrickung zwischen der eigenen Abteilung und anderen Krankenhausbereichen.
Für eine solche Aufgabe bietet sich die Position des ärztlichen Direktors an. Dieser sollte keine eigene Abteilung führen und sowohl eine medizinische als auch eine betriebswirtschaftliche Ausbildung mitbringen. Es wäre vor allem im Interesse der Patienten zu wünschen, daß sich diese Vorstellungen möglichst bald durchsetzen und ein medizinisch und wirtschaftlich kompetentes Management im Krankenhausbereich Einzug hält. Gemäß der Weisheit, daß ein krankes Krankenhaus Kranken nicht helfen kann, bleibt zu hoffen, daß unter anderem durch die Überbrückung der scheinbaren Gegensätze zwischen Medizin und Wirtschaftlichkeit eine Gesundung unserer Krankenhäuser einsetzt.
Dr. med. Claas Hohmann, Ernst-Ludwig-Ring 23, 61231 Bad Nauheim
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