ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2005Medizingeschichte(n): Arztrecht – Kodex Hammurapi

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Medizingeschichte(n): Arztrecht – Kodex Hammurapi

Dtsch Arztebl 2005; 102(30): A-2101 / B-1773 / C-1677

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Wenn ein Arzt einem Bürger eine schwere Wunde mit einem Operationsmesser beibringt und den Bürger heilt, oder wenn er die Schläfe eines Bürgers mit dem Operationsmesser und das Auge des Bürgers erhält, so soll er 10 Scheqel Silber [1] erhalten. Wenn es sich um einen Palastangehörigen handelt, so erhält er 5 Scheqel. Wenn es sich um den Sklaven eines Bürgers handelt, so soll der Eigentümer des Sklaven dem Arzt 2 Scheqel Silber geben. Wenn ein Arzt einem Bürger eine schwer Wunde mit einem Operationsmesser beibringt und den Tod des Bürgers verursacht oder wenn er die Schläfe eines Bürgers mit dem Operationsmesser öffnet und das Auge des Bürgers zerstört, soll man ihm eine Hand abhacken. “

Kodex Hammurapi (um 1760 v. Chr.), eine der ältesten Gesetzessammlungen, die unter anderem auch Arzthonorare und Strafen für Kunstfehler festlegt, wie in den zitierten Paragraphen 215 bis 217; zitiert nach Heinz Schott: Die Chronik der Medizin. Dortmund 1993, Seite 24. – König Hammurapi von Babylon (1728–1686 v. Chr.) erließ diesen Kodex, der auf einer über zwei Meter hohen Stele in babylonischer Keilschrift eingemeißelt ist (heute im Louvre, Paris). Unfähigen Ärzten drohen gemäß den altorientalischen Rechtsvorstellungen („Auge um Auge, Zahn um Zahn“) schwere Sanktionen, bis zum Abhacken der
Hände. Es gibt allerdings keine Zeugnisse über den Vollzug solcher Strafen. –
[1] 1 Scheqel entsprach in Mesopotamien circa 8 g.

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