ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2005Arzneimittel: Ende offen

POLITIK

Arzneimittel: Ende offen

Dtsch Arztebl 2005; 102(33): A-2213 / B-1870 / C-1770

Blöß, Timo

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LNSLNS Ausgabensteigerung: Es wird weiter verhandelt.
Der Streit geht weiter. Dieser Tage kommen erneut Vertreter von Ärzten und Krankenkassen zusammen, um Möglichkeiten zur Eindämmung bei den Arzneimittelausgaben zu diskutieren. Bislang werfen sich Kassen und Ärzte gegenseitig vor, nicht ausreichend gegen die Kostenexplosion vorzugehen. Ein Kompromiss zeichnet sich nicht ab.
Letzte Woche hatten die Betriebskrankenkassen (BKK) noch einmal Zahlen vorgelegt: Der Ausgabenrahmen könnte, bleiben Maßnahmen aus, in diesem Jahr um vier Milliarden Euro überschritten werden. Die 19-prozentige Steigerung, so der BKK-Bundesverband, ergebe sich aus der Reduzierung des Herstellerrabatts und aus „nicht nachvollziehbaren Mengenausweitungen“ und der Verschreibung patentgeschützter Analogpräparate.
Vor allem durch die „Scheininnovationen“, die im Schnitt doppelt so viel kosten wie eine durchschnittliche Verordnung, würden die Kassen enorm belastet. Hier hätten „Ärzte mit dem Rezeptblock maßgeblich den Schlüssel zu den Arzneimittelausgaben in der Hand“, so Wolfgang Schmeinck, Vorsitzender des BKK-Bundesverbandes. Beim Anstieg durch die reduzierten Herstellerrabatte und durch Mehrausgaben „für echte und teure Innovationen“ hingegen liege die Verantwortung nicht bei der Ärzteschaft.
Die Ausgabensteuerung sei eine gemeinsame Aufgabe von Ärzten und Kassen, heißt es bei der KBV. „Es kann nicht sein, dass Jahr für Jahr immer nur die Ärzte am Pranger stehen“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Ulrich Weigeldt. Das von den Kassen favorisierte Bonus-Malus-System, das zu wirtschaftlicherem Verordnungsverhalten motivieren soll, lehnt die KBV weiter ab. „Eine bundesweite Malusregel wird es mit uns nicht geben“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Dadurch würden auch wirtschaftlich handelnde Ärzte oder etwa Radiologen, die keinerlei Arzneien verschreiben, bestraft werden. Timo Blöß
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