ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2005Medizingeschichte(n): Psychosomatik – Heiratsangina

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Medizingeschichte(n): Psychosomatik – Heiratsangina

Dtsch Arztebl 2005; 102(33): A-2239 / B-1889 / C-1789

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Ein außerordentlich schüchternes und verschlossenes Mädchen willigt trotz innerem Widerstreben und überzeugt, ihren Mann nie lieben zu können, in die Ehe. Als das Paar nach der Trauung im Hotel abgestiegen war, erlebte sie sein kränkendes Benehmen. Sie war wie vor den Kopf geschlagen; ,dieser Moment gab eine gewaltige Wendung in meinem Innern‘, sagte sie. Am nächsten Tage hatte sie eine heftige Angina, und die Hochzeitsreise musste abgebrochen werden. Die Ehre dauerte kurz, wurde geschieden und sie ist glücklich, von dem minderwertigen und beschränkten Manne befreit zu sein, aber sie [. . .] leidet an einer ausgebildeten Neurose mit mehreren Symptomen.“

Viktor von Weizsäcker: Studien zur Pathogenese (1935). In: Ders.: Gesammelte Schriften. Bd. 6. Frankfurt am Main 1986, S. 261. – Weizsäcker (1886–1957), ab 1923 Extraordinarius für Neurologie in Heidelberg, 1941–1945 Ordinarius in Breslau, ab 1946 Ordinarius für „Allgemeine klinische Medizin“ in Heidelberg. Unter Einbeziehung der Freudschen Psychoanalyse begründete er eine „anthropologische Medizin“ und begründete nachhaltig die Psychosomatik im Nachkriegsdeutschland. – Weizsäcker deutet hier das „Drama“ entsprechend der „biografischen Methode“ als eine Verschiebung der Sexualempfindung von der genitalen auf eine andere Körperzone.

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