ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2005Ständige Impfkommission: Empfehlungen wurden aktualisiert

MEDIZINREPORT

Ständige Impfkommission: Empfehlungen wurden aktualisiert

Dtsch Arztebl 2005; 102(34-35): A-2288 / B-1932 / C-1831

EB

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LNSLNS Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin hat ihre Impfempfehlungen aktualisiert und im Epidemiologischen Bulletin 30/2005 veröffentlicht.
Änderungen betreffen das Schema für die Pneumokokkenschutzimpfung, die allgemeinen Kontraindikationen, die so genannten falschen Kontraindikationen sowie die Erläuterungen zur Impfaufklärung.
Die Änderungen beim Pneumokokken-Impfschema wurden durch eine erweiterte Zulassung des Impfstoffs möglich. Danach ist der Konjugat-Impfstoff, der ein besseres immunologisches Gedächtnis bewirkt, bereits für Kinder von 24 bis 59 Monaten zugelassen. Die Impfung ist für Kinder und Erwachsene bei einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung durch bestimmte Grundkrankheiten (etwa bei Krankheiten der Atmungsorgane oder Diabetes mellitus) empfohlen.
Auch die Empfehlungen für eine allgemeine Varizellenimpfung bei Kindern, die seit Juli 2004 gilt, wurden erweitert. Unter Berücksichtigung der Übertragungswege und -risiken sollte ein ungeschütztes Kind einer empfänglichen Schwangeren geimpft werden; das Unterlassen dieser Impfung mit dem Lebendimpfstoff wegen einer Schwangerschaft im Kreis der engen Kontaktpersonen ist eine „falsche Kontraindikation“ im Sinne der Empfehlungen. Die STIKO hält das Risiko für zu groß, dass ein ungeimpftes und damit empfängliches Kind erkrankt und das Virus auf seine Mutter und das ungeborene Kind überträgt.
Eine Änderung hat es auch bei den Ausführungen zu den allgemeinen Kontraindikationen gegeben: Unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung sind in Abhängigkeit von der Diagnose keine absolute Kontraindikation gegen eine nochmalige Impfung mit dem gleichen Impfstoff.
Die Neufassung des Absatzes zur Impfaufklärung erfolgte mit dem Ziel, die Aufklärungsleistung des Arztes unter den geltenden rechtlichen Vorgaben zu präzisieren und der täglichen klinischen Praxis anzupassen. Auf den Stellenwert der Aufklärung wird besonders hingewiesen. Außerdem wird klargestellt, dass es zur Einwilligung in eine Impfung keiner Unterschrift bedarf. EB

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