ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2005Medizingeschichte(n): Geburtshilfe – Kindbettfieber

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Medizingeschichte(n): Geburtshilfe – Kindbettfieber

Dtsch Arztebl 2005; 102(34-35): A-2309 / B-1948 / C-1846

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Eine Verstopfung nach der Entbindung ist oft die Ursache des Fiebers [1], weit öfter aber das frühzeitige Aufstehen. [...]
Empfindlichkeit und Geschwulst des Unterleibs mit Fieber sind die eigenen Zeichen der Krankheit. In den übrigen herrscht viel Verschiedenheit. Rosenartige, dunkelrothe Flecken an den Gelenken von der Gröse eines Viergroschenstücks, sind alle allemal ein tödliches Zeichen [2], welches sich aber nur alsdann einfindet, wenn die Krankheit in den Zeugungstheilen ihren Sitz hat. [...]
In Wien war das Kindbettfieber 1777 gallichter Art, ohne wirkliche Entzündung, obgleich der Puls zuweilen hart, und in einem Falle die Zunge rein war. Es wurden auch solche Frauen befallen, die ein leichte Entbindung gehabt hatten.“

Johann August Philipp Gesner: Die Entdeckungen der neuesten Zeit in der Arzneygelahrtheit. 4. Band. Nördlingen 1788, Seite 86 ff. – [1] Kindbett-, Wochenbett- oder Puerperalfieber, durch Infektion der Geburtswunde. [2] Als Symptome der Sepsis. – Gesner (1738–1801), Arzt in Erlangen, beschreibt die gefürchtete Krankheit, deren Ursache erst später durch Ignaz Semmelweis aufgeklärt wurde, der 1847 in Wien erstmals die Händedesinfektion als hygienische Gegenmaßnahme einführte (Antisepsis).

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