MEDIZINREPORT

Chronische Herzinsuffizienz: Unwissen bei Laien

Dtsch Arztebl 2005; 102(36): A-2373 / B-2001 / C-1894

Meyer, Rüdiger

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Bei Umfrage nannten nur drei Prozent die richtigen Symptome.
Die European Society of Cardiology (ESC) ist schockiert über die Unkenntnis der Bevölkerung zur chronischen Herzinsuffizienz, obwohl bereits 14 Millionen Europäer davon betroffen sind und das Lebenszeitrisiko für diese Erkrankung etwa 20 Prozent beträgt. Nach Auswertung der „Study of Heart failure Awareness and Perception in Europe“ (SHAPE), an der 8 000 Erwachsene aus neun Ländern teilnahmen, hatten zwar die meisten Menschen schon einmal den Begriff gehört, doch nur drei Prozent der Befragten waren in der Lage, die richtigen Symptome aus einer vorgegebenen Liste auszuwählen.
Im Gegensatz dazu waren die Vorboten von Schlaganfall und Herzinfarkt präsenter: Die Hälfte der Befragten kannte die Zeichen einer transitorischen ischämischen Attacke und ein Drittel die Beschwerden einer Angina pectoris. Zwei Drittel der Befragten meinten, dass Patienten mit chronischem Herzversagen länger leben als Krebspatienten oder HIV-Infizierte, während in Wirklichkeit 40 Prozent aller Patienten mit chronischem Herzversagen im ersten Jahr nach der ersten Hospitalisierung sterben.
Nur 29 Prozent der Befragten meinten, dass die Kardinalsymptome Atemnot, Erschöpfung und Ödeme eine schwerwiegende Einschränkung für die Patienten sind, was nach Ansicht von Studienleiter Willem Remme vom Cardiovascular Research Institute in Rhoon (Niederlande) die Patienten davon abhalten könnte, rechtzeitig einen Arzt zu konsultieren. Andererseits waren fast 60 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass Patienten mit chronischem Herzversagen ständig in der Gefahr leben, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, weshalb sie sich nach Möglichkeit schonen sollten. Dagegen raten die Kardiologen heute in milden Fällen ausdrücklich zu mäßiger Bewegung. Rüdiger Meyer

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