ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1997Nephroprotektion entscheidend für Diabetiker

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Nephroprotektion entscheidend für Diabetiker

Filip, Karl B.

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LNSLNS Die diabetogene Nephropathie ist ein Prozeß, der sich über Jahre hinzieht und unbehandelt im chronischen Nierenversagen endet. Die Proteinurie signalisiert den Beginn der diabetogenen Nephropathie, und die Verstärkung der Eiweißausscheidung zeigt die Progression des Nierenleidens an. So verwundert es nicht, daß ungefähr ein Viertel der Patienten mit terminalem Nierenversagen Diabetiker sind. Häufigkeit, Schweregrad und Geschwindigkeit der Progression der diabetogenen Nephropathie werden von vielfältigen Faktoren bestimmt. Die wichtigsten sind Ausmaß der Hyperglykämie, begleitende metabolische Störungen, Hochdruck, übermäßiger Eiweißkonsum, Zigarettenrauchen und Diabetesdauer. Angesichts dieser Konstellation werde deutlich, daß Primär- wie Sekundärprävention der Nephropathie als multifaktorielle Intervention zu betreiben sei. Das bedeute: aggressive Senkung von Blutzucker und Blutdruck, Normalisierung des Lipidprofils, diätetische Restriktion von tierischen Proteinen sowie Fetten und Zigarettenabstinenz, erläuterte Prof. Reinhard Bretzel (Universität Gießen) bei den von Knoll unterstützten Deidesheimer Gesprächen.
Eine Vielzahl klinischer Studien hat unter Beweis gestellt, daß Antihypertensiva über ihre eigentliche Zweckbestimmung hinaus in der Lage sind, die Progression der diabetogenen Nephropathie zu verlangsamen, wenn nicht sogar aufzuhalten. Die Nierenfunktion bleibt vor allem dann weitgehend erhalten, wenn mit der blutdrucksenkenden Behandlung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt begonnen wird. Dieser günstige Effekt wurde in zurückliegenden Studien mit Diuretika, Betablockern und Vasodilatatoren erzielt. Neuere Untersuchungen zeigen, daß ACE-Hemmer und bestimmte Kalzium-Antagonisten über ihren antihypertensiven Effekt hinaus überaus nephroprotektiv wirken.
Derzeit läuft eine Studie mit 105 hypertensiven Typ-II-Diabetikern, bei denen die Wirksamkeit des neuen Präparates Tarka® mit der Kombination aus Atenolol und Chlortalidon verglichen wird. Diese Erhebung hat strenge Zielkriterien: Der Blutdruck soll unter 125/85 mm Hg, der HbA1C-Wert auf 8,0 bis 7,5 Prozent gesenkt werden. Karl B. Filip
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