ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1997Ausstellung „Gegen den Strom“

VARIA: Feuilleton

Ausstellung „Gegen den Strom“

Glöser, Sabine

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LNSLNS Reformatorische Bilderstürmer wüteten in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Davon verschont blieb der Niederrhein. Hier blühte das Stiftertum weiter. Dies geht vor allem auf die behutsamen Reformbestrebungen des Herzogs von Kleve in der Kirche seines Territoriums zurück. Gläubige finanzierten teure Kirchenausstattungsstücke wie Retabel, Leuchter oder liturgische Gewänder. Man hoffte, mit Armen- und Meßstiftungen die Zeit im Fegefeuer verkürzen zu können.
"Gegen den Strom – Meisterwerke niederrheinischer Skulptur in Zeiten der Reformation" heißt die Ausstellung, die das Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen zeigt. Entgegen den zeitgenössischen religiösen Glaubensströmungen wurden am Niederrhein mittelalterliche Traditionen bis ins späte 16. Jahrhundert fortgeschrieben. Präsentiert werden über 70 Holzbildwerke, die hauptsächlich aus dem Bildschnitzzentrum am Niederrhein in der Stadt Kalkar stammen. Vier bedeutende Holzbildhauer stehen dabei im Mittelpunkt: Dries Holthuis, Henrik Douwerman, Henrik van Holt und Arnt van Tricht.
Gezeigt werden religiöse Kunstwerke, szenische Reliefs und Einzelfiguren mit einer breiten Vielfalt alt- und neutestamentlicher Themen. Der kunsthistorisch Interessierte kann sich daher auch die fast vergessene, vielschichtige christliche Bildsprache neu erschließen. Darüber hinaus sind Einblicke in das handwerkliche Können und die technischen Voraussetzungen für die Figurenproduktion möglich. So ergänzen alte Schnitzwerkzeuge, die den Herstellungsprozeß einer Skulptur veranschaulichen, die Ausstellung. Diese gibt einerseits einen Überblick über die Kunst des Bildschnitzens am Niederrhein. Andererseits ermöglicht sie einen Einblick in die allgemeine Entwicklung der Skulptur des 16. Jahrhunderts, die in keiner anderen Kulturregion Mitteleuropas so ausgeprägt war. Die Ausstellung ist bis zum 2. März 1997 im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen, Wilhelmstraße 18, zu sehen, Telefon 02 41/47 98 00. SG
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