ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Mobilkommunikation: Warnung vor Langzeitfolgen

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Mobilkommunikation: Warnung vor Langzeitfolgen

Dtsch Arztebl 2005; 102(38): A-2512 / B-2124 / C-2008

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Österreichische Ärztekammer sieht Risiken für Handynutzer.

Die Verbreitung von mobilen Kommunikationstechnologien birgt nach Auffassung der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Gesundheitsrisiken, die nicht ausreichend beachtet werden. Die bisherigen wissenschaftlichen Daten zahlreicher Experten ergäben ein deutliches Bild, heißt es in einer Mitteilung, mit der die ÖÄK die Empfehlung der Wiener Ärztekammer zu mehr Sorgfalt im Umgang mit mobilen Kommunikationsmitteln bekräftigt.
Danach zeigen sich für das Handy auf sämtlichen naturwissenschaftlichen Nachweisebenen Schädigungen der Erbsubstanz beziehungsweise ein erhöhtes Risiko für bestimmte Tumoren. Die ÖÄK beruft sich dabei auf zwei in den Fachzeitschriften „Environmental Research“ und „Neuroepidemiology“ publizierte Untersuchungen aus Schweden (Hardell et. al.) sowie auf zwei frühere Studien (Hardell et. al., Lön et. al.), die ein erhöhtes Risiko für Tumoren des Hörnervs und bösartige Gehirntumoren nach langjähriger Verwendung von Handys und Schnurlostelefonen festgestellt hatten. „Die Leitlinien der Wiener Ärztekammer zur Nutzung von Mobiltelefonen sind deshalb ein wichtiger Anhaltspunkt zur persönlichen Risikoreduktion und Vorsorge“, erklärte der Referent für Umweltmedizin der ÖÄK, Dr. Gerd Oberfeld. Es gehe bei elektromagnetischen Feldern und Strahlen um die Dosis, die im Laufe der Jahre kumuliere. Kinder sollten Funktelefone deshalb grundsätzlich nicht verwenden.
Zu wenig bekannt sei, dass auch die Verwendung von schnurlosen Telefonen zu Strahlenbelastung führe, so Oberfeld. Die ÖÄK rate daher, Schnurtelefone zu verwenden. Zwar sei die Datenlage bei Handymasten und den Basisstationen von Schnurlostelefonen weniger dicht. Jedoch hätten erste epidemiologische Untersuchungen und Fallberichte von Ärzten Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit ergeben, wie etwa Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme bei Anwohnern von Handymasten. EB
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