ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Gentechnologie: Forschung nicht weiter behindern

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Gentechnologie: Forschung nicht weiter behindern

Dtsch Arztebl 2005; 102(38): A-2512 / B-2124 / C-2008

Hibbeler, Birgit

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Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen: Die Zahl der Freisetzungsversuche sinkt. Foto: dpa
Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen: Die Zahl der Freisetzungsversuche sinkt. Foto: dpa
Standortbestimmung vorgelegt

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat den ersten deutschen Gentechnologiebericht vorgelegt. Eine unabhängige Expertenkommission fordert einen rationalen Umgang mit Innovation. „Neue Entwicklungen dürfen nicht durch Verbote behindert werden, sondern müssen begleitet und beobachtet werden“, betonte Kommissionsleiter Prof. Dr. rer. nat. Ferdinand Hucho am 7. September in Berlin.
Ein Schwerpunkt der Studie ist die Pränataldiagnostik. Etwa 80 000 Untersuchungen finden in Deutschland jährlich statt. Ein Zuwachs an Behindertenfeindlichkeit sei jedoch nicht zu verzeichnen. Der Expertenrat weist allerdings darauf hin, dass ein konsistenter Rechtsrahmen für gentechnische Diagnostik zu schaffen sei. Die informationelle Selbstbestimmung und eine professionelle Aufklärung müssten garantiert sein.
Umstritten ist dem Bericht zufolge nach wie vor die grüne Gentechnologie, also der Einsatz gentechnisch veränderter Nutzpflanzen. Die Zahl der Freisetzungsversuche in Deutschland sei von 484 im Jahr 2001 auf 285 im Jahr 2004 gesunken. Die weltweite Anbaufläche gentechnisch veränderter Pflanzen hingegen steige weiter. Bereits 56 Prozent des weltweit angebauten Sojas sei gentechnisch verändert. In Deutschland drohe der grünen Gentechnologie dagegen ein dauerhafter Verlust an wissenschaftlicher Kompentenz. Informationen: www.gentechno logiebericht.de. BH
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