ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Rheumatoide Arthritis: Option für therapie-refraktäre Patienten

AKTUELL: Akut

Rheumatoide Arthritis: Option für therapie-refraktäre Patienten

Dtsch Arztebl 2005; 102(38): A-2513 / B-2125 / C-2009

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Der Fusions-Antikörper Abatacept besserte in einer randomisierten kontrollierten Studie (New England Journal of Medicine 2005; 353: 1114–1123) die Beschwerden von Patienten mit rheumatoider Arthritis, die nicht auf eine Therapie mit Anti-TNF-Medikamenten angesprochen hatten. Ein Beratergremium der US-Arzneibehörde FDA hat inzwischen einstimmig die Zulassung des Medikamentes befürwortet. Abatacept ist die erste Substanz aus der Gruppe der selektiven Co-Stimulations-Blocker, die für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen entwickelt wurden. Diese Wirkstoffe unterbinden eines der beiden Signale, die zur Aktivierung von T-Zellen erforderlich sind, wenn der Körper ein Fremd-Antigen entdeckt hat – auch wenn dies im Fall einer Autoimmunerkrankung Bestandteil des eigenen Körpers ist. Dieser Therapieansatz ist vollkommen neu, hat sich aber in einer Phase-III-Studie an weltweit 89 Zentren als wirksam erwiesen. In der Studie hatten 258 Patienten über sechs Monate Abatacept-Kurzinfusionen erhalten, nachdem sie vorher wenigstens drei Monate erfolglos mit Etanercept und/oder Infliximab behandelt worden waren. 133 Patienten wurde Placebo verabreicht.

Endpunkt war eine Verbesserung um 20 Prozent auf der Skala des American College of Rheumatology (ACR 20), die ein standardisierter Test zur Verlaufskontrolle der rheumatoiden Arthritis ist. ACR 20 ist zwar eine relativ bescheidene Symptomverbesserung, für den einzelnen Patienten kann sie aber von großer Bedeutung sein, schreibt die Gruppe um Mark Genovese von der Stanford-Universität, denn diese Patienten hätten im Durchschnitt einen Befall von 30 Gelenken gehabt. Unter der Therapie mit Abatacept erzielten 50,4 Prozent eine ACR-20-Verbesserung, während es im Placeboarm nur 19,5 Prozent waren (p < 0,001). Immerhin 20,3 Prozent der Patienten erreichten eine ACR 50 (versus 3,8 Prozent unter Placebo), und bei 10,2 Prozent besserten sich die Symptome sogar um 70 Prozent. In der Vergleichsgruppe waren es nur 1,5 Prozent.

Obwohl Abatacept die Aktivierung der T-Zellen selektiv hemmt, besteht theoretisch die Gefahr, dass die Immunabwehr beeinträchtigt wird. Die Publikation gibt die Rate der schweren Infektionen in beiden Gruppen mit 2,3 Prozent an. Laut den Zulassungsunterlagen lag die Rate der schweren Infektionen unter Abatacept bei 3,0 Prozent versus 1,9 Prozent bei Placebo. Art der Infektionen, Schweregrad, Dauer und die Therapieergebnisse seien jedoch gleich gewesen. Rüdiger Meyer
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