ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Zertifikat: Mehr Opposition
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LNSLNS Organisatorische Leitlinien sind bei neuer Niederlassung und im späteren Bedarfsfall auf freiwilliger Basis sicher hilfreich, die generelle Verordnung „zufriedenheitssteigernder Maßnahmen“ ist hingegen eine Zumutung. Im Fall jahrelanger reibungsloser Abläufe bedeutet „Qualitätsmanagement in der Praxis“ nämlich vor allem, bisherige Selbstverständlichkeiten durch neue Termini gewichtiger klingen zu lassen. Beispiel „PDCA-Zyklus“; soll hier „PTCA“ assoziiert werden, als ginge es wirklich um medizinische Sachverhalte? Ist die Blumen gießende Arzthelferin eine „Plant-Survival-Managerin“? Durch sprachliche Albernheiten sind keine Fortschritte zu erreichen. Und der angepriesene Wettbewerbsvorteil einer Zertifizierung hätte bei allgemeiner Verpflichtung den gleichen Stellenwert wie ein Hinweis des Praxisinhabers auf sein abgeschlossenes Medizinstudium. Der Begriff „Qualitätsmanagement“ selbst wird wegen des suggerierten Inhalts wohl kaum hinterfragt. Zitat Goethe: „Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich doch auch was dabei denken lassen!“ Unvernünftiger Aktionismus lässt sich nicht abwenden durch Verharmlosung und vorauseilenden Gehorsam. Es drohen Schritte hin zu medizinischer Planwirtschaft und weiterer Einschränkung der ärztlichen Freiberuflichkeit. Mehr Opposition wäre angebracht! . . .
Dr. med. Uwe Leismann,
St. Annenstraße 7, 66606 St. Wendel
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