ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Medizingeschichte(n): Medizin und Literatur – Psychoanalyse

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Medizingeschichte(n): Medizin und Literatur – Psychoanalyse

Dtsch Arztebl 2005; 102(38): A-2556 / B-2157 / C-2037

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Die Analyse ist gut als Werkzeug der Aufklärung und der Zivilisation, gut, insofern sie dumme Überzeugungen erschüttert, natürliche Vorurteile auflöst und die Autorität unterwühlt, gut, mit anderen Worten, indem sie befreit, verfeinert, vermenschlicht und Knechte reif macht zur Freiheit. Sie ist schlecht, sehr schlecht, insofern sie die Tat verhindert, das Leben an den Wurzeln schädigt, unfähig, es zu gestalten. Die Analyse kann eine sehr unappetitliche Sache sein, unappetitlich wie der Tod, zu dem sie denn doch wohl eigentlich gehören mag, – verwandt dem Grabe und seiner anrüchigen Anatomie [...].
‚Gut gebrüllt, Löwe‘, konnte Hans Castorp nicht umhin zu denken, wie gewöhnlich, wenn Herr Settembrini etwas Pädagogisches geäußert.“

Thomas Mann: Der Zauberberg. Roman (1924). Frankfurt am Main 1995, S. 306 f. – Mann (1875–1955) schildert im „Zauberberg“ den Aufenthalt seines Romanhelden Hans Castorp in einem Davoser Lungensanatorium, wobei das Verhältnis von Körpermedizin (Hofrat Behrens) und Psychoanalyse (Dr. Krokowski) eine wichtige Rolle spielt, unter anderem illustriert durch die Metaphorik der „Durchleuchtung“ (Röntgen versus Analyse). Herr Settembrini spielt die Rolle eines witzig-aufgeklärten Gesprächspartners.

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