ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2005Diät- und Ernährungsberatung: Verstoß gegen die Berufsordnung

VARIA: Rechtsreport

Diät- und Ernährungsberatung: Verstoß gegen die Berufsordnung

Dtsch Arztebl 2005; 102(38): A-2582

BE

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ein Arzt, der außerhalb seiner Sprechstunde als Diät- und Ernährungsberater fungiert, verstößt nicht gegen § 34 Absatz 5 Berufsordnung. Denn er wendet sich nicht an seine Patienten, auch wenn sich ihr Kreis und der Kreis der Beratungskunden überschneiden könnten. Ein Arzt allerdings, der diese Beratung in seinen Praxisräumen vornimmt, handelt berufswidrig. Diese Auffassung hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main in einem Rechtsstreit vertreten.
Nach Auffassung des Gerichts besteht ein legitimes Gemeinschaftsinteresse daran, einer Verbindung von ärztlicher Behandlungstätigkeit und kommerzieller Verkaufstätigkeit entgegenzuwirken. Ein solcher unzulässiger Zusammenhang entstehe bei dem Vertrieb eines Diät- und Ernährungsprogramms auch dann, wenn die gewerbliche Beratungs- beziehungsweise Verkaufstätigkeit organisatorisch getrennt sowie außerhalb der Sprechstunden in der Arztpraxis stattfinde.
Der als Berater tätige Arzt werde nämlich in seinen Praxisräumen ohne weiteres als der dort praktizierende Arzt identifiziert, befand das OLG. Daran ändere auch eine jeweils gesondert auf die Arztpraxis und die Ernährungsberatung hinweisende Beschilderung nichts, wenn der Weg in dieselben Räumlichkeiten führe. (OLG Frankfurt, Urteil vom 14. April 2005, Az.: 6 U 111/04) Be
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema