ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2005Allgemeinmedizin: Nachwuchsmangel in den USA behoben

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Allgemeinmedizin: Nachwuchsmangel in den USA behoben

Dtsch Arztebl 2005; 102(40): A-2701

Hesse, E.

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LNSLNS . . . Seit Jahrzehnten beschränken sich die Fakultäten auf die Fortentwicklung der Spezialfächer, was in der Praxis zu einer teueren Überspezialisierung geführt hat. Gleichzeitig wurden Forschung und Lehre der Allgemeinmedizin vernachlässigt und ihre Bedeutung für die Patientenversorgung verkannt: Was nützen die hoch entwickelten Leistungsangebote der Fachärzte, wenn sie ungezielt eingesetzt und nicht durch kompetente Hausärzte gesteuert werden, die die Indikationen stellen. Die Allgemeinmedizin ist für die Ausbildung der größten Arztgruppe „Hausärzte“ eigentlich das Wichtigste der vier Hauptfächer. Aber am Hausärztemangel in Deutschland wird sich so lange nichts ändern, wie den Studenten an der Universität kein hausärztliches Berufsbild vermittelt wird, um sie für die schwierigste, aber befriedigende ärztliche Tätigkeit zu motivieren und vorzubereiten. Trotz wiederholter Empfehlungen des Wissenschaftsrates werden weniger als ein Prozent der universitären Unterrichtsveranstaltungen von Hausärzten durchgeführt, die sich dafür qualifizieren konnten. Als in den USA 1966 ebenfalls gravierender Mangel an Hausärzten bestand, hat der Kongress aufgrund des Millies-Reports beschlossen, neue Ausbildungs- und Weiterbildungsprogramme zu entwickeln und den Colleges den staatlichen Zuschuss zu entziehen, die weniger als 50 Prozent der Studienabgänger in die Primärversorgung entlassen. Seitdem hat sich die Ausbildung zum family doctor in den USA qualitativ entscheidend verbessert, und der Nachwuchsmangel wurde behoben.
Dr. med. E. Hesse, Bahnhofstraße 27, 28816 Stuhr,
Prof. Dr. med. Eckart Sturm, Ziegelhofstraße 30, 26121 Oldenburg
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