ArchivDeutsches Ärzteblatt PP10/2005Ausbildung: Studium der Psychotherapie-Wissenschaft

NACHRICHTEN

Ausbildung: Studium der Psychotherapie-Wissenschaft

PP 4, Ausgabe Oktober 2005, Seite 436

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Sigmund-Freud-Privatuniversität startet in Wien.

Erstmals in Europa wird in Wien ein Vollstudium der Psychotherapiewissenschaft angeboten. Nach der Akkreditierung durch das österreichische Wissenschaftsministerium startet die Sigmund-Freud-Privatuniversität im Oktober den Betrieb. Gelehrt werden verschiedene Psychotherapieschulen: Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Klientenzentrierte Gesprächstherapie nach Rogers, Systemische Psychotherapie, Individualpsychologie nach Adler, Existenzanalyse nach Frankl sowie Gestalttherapie. Neben den schulenspezifischen Lehrinhalten stehen auch allgemeine Fächer, wie Erkenntnisse der Hirnforschung, vergleichende Psychotherapieforschung, wissenschaftliches Arbeiten, Gutachtenerstellung und andere, auf dem Lehrplan. Rektor Prof. Dr. Alfred Pritz, legt Wert auf den Austausch der Therapieschulen und den Praxisbezug, der an der eingerichteten Universitätsambulanz erworben werden kann. Neben der Lehre soll an der Privatuniversität auch Forschung betrieben werden. Als Vizerektor Forschung und Leiter des Magister-Studiengangs konnte Prof. Dr. Michael B. Buchholz gewonnen werden. Lehrbeauftragte sind unter anderem Prof. Dr. Eva Jaeggi, Berlin, Prof. Dr. Horst Kächele, Ulm, und Prof. Dr. Bernhard Strauß, Jena.
Das so genannte Bakka-laureat-Studium, das dem Bachelor entspricht, dauert sechs Semester (Kosten: 4 750 Euro pro Semester), das Magister-Studium zusätzlich vier Semester (5 250 Euro). Für Absolventen der Studiengänge besteht in Österreich die Möglichkeit, die Aufnahme in die Liste der Psychotherapeuten zu beantragen. Inwieweit das Studium der Psychotherapiewissenschaft für deutsche Studenten auf die Ausbildung zum Psychotherapeuten anrechenbar ist, muss noch geklärt werden. Pritz, der auch Präsident des Weltverbandes Psychotherapie ist, äußert sich zuversichtlich: „Nach den EU-
Regelungen ist Vergleichbares zu vergleichen.“
Aufnahmevoraussetzungen sind das Abitur plus eine Aufnahmeprüfung (zwei Gespräche). Zusätzlich muss eine eintägige Selbsterfahrungsgruppe absolviert werden. Im nächsten Jahr wollen die Initiatoren zudem einen postgradualen Magisterstudiengang für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten starten und ein Doktorat akkreditieren lassen, das beispielsweise für Diplom-Psychologen interessant sein kann.
Informationen unter Telefon: 00 43/6 99/17 27 37 11, E-Mail: office@sfu.at, oder im Internet: www.sfu.at. PB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige