ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2005Arzneimittel: Ausgaben steigen wieder

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Arzneimittel: Ausgaben steigen wieder

Dtsch Arztebl 2005; 102(42): A-2824 / B-2388 / C-2252

Richter-Kuhlmann, Eva

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LNSLNS Arzneiverordnungs-Report beziffert Einsparpotenzial.
Einen Ausgabenanstieg um 20,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum berechneten die Autoren des jährlich erscheinenden Arzneiverordnungs-Reports für das erste Halbjahr 2005. Zurückzuführen ist dies nach Ansicht von Prof. Dr. Ulrich Schwabe und Dr. Dieter Paffrath hauptsächlich auf einen „Reboundeffekt“ vom Vorjahr. 2004 konnten durch die Gesundheitsreform 2,5 Milliarden Euro eingespart werden. Dazu trug vor allem der weitgehende Ausschluss rezeptfreier Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen, die Erhöhung der Zuzahlungen und die auf das Jahr 2004 begrenzte Erhöhung des Herstellerrabatts für Arzneimittel ohne Festbetrag bei. Ein deutlicher Sockeleffekt sei demnach selbst bei identischem Verordnungsverhalten der Ärzte programmiert. Dennoch sehen Schwabe und Paffrath für 2005 ein Einsparpotenzial von 2,9 Milliarden Euro. Die Reserven liegen ihrer Ansicht nach bei Generika, Analogpräparaten und umstrittenen Arzneimitteln.
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt nutzte die Vorstellung des Verordnungsreports, um mit den Ärzten hart ins Gericht zu gehen: Das Ziel der Selbstverwaltung von 5,8 Prozent Ausgabenwachstum sei um das Dreifache übertroffen worden. Dies müsse künftig „sanktionsbewährt“ sein.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung verweist indes auf die Struktureffekte von 2004. Der Ausgabenzuwachs bewege sich im Rahmen einer Prognose aus dem Vorjahr. Problematisch sei der sich verringernde Preisabstand zwischen Generika und Originalpräparaten. Das mindere das Einsparpotenzial. ER
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