ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1996EBM: Dümmer geht's nimmer

SPEKTRUM: Leserbriefe

EBM: Dümmer geht's nimmer

Chantelau, E.

Zur Abrechenbarkeit bei medizinischer Fußpflege
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LNSLNSLNSLNS Im neuen EBM sind Positionen . . . zu medizinischer Fußpflege/Fußbehandlung bei Diabetikern . . . (Ziffern 2205 und 2208) weggefallen, nicht etwa durch neue, bessere ersetzt. So wurde die Behandlung des neuropathischen Fußes, die bisher schon kaum im EBM repräsentiert war, nun vollends aus dem ärztlichen Leistungskatalog ausgeklammert. Armes Deutschland! Bei Diabetikern mit Spätschäden entstehen 70 Prozent aller Gangräne durch Schwielenhämatome, einwachsende Nägel und Druckläsionen durch ungeeignetes Schuhwerk; jede zweite Amputation könnte durch rechtzeitige Fußbehandlung vermieden werden, wenn sie denn durchgeführt würde. Die KV Nordrhein, danach befragt, wie viele Ärzte denn in ihrem Bereich bei Diabetikern mit Angioneuropathie regelmäßig die Nägel schneiden, Nagelhämatome trepanieren und die Schwielen abtragen, schweigt sich seit Mitte 1995 beharrlich aus. Medizinische Fußbehandlung durch Fußpfleger hat der Heil- und Hilfsmittelausschuß der KBV nicht als Heilmittel anerkannt (einzige Ausnahme: Kriegsversehrte!). Ärztliche Behandlung kranker Füße gab es kaum und gibt es durch den neuen EBM noch weniger. Die Punktzahl fürs Amputieren (EBM 2280) wurde dagegen von 1700 (EBM alt) auf 4 000 Punkte (EBM neu) raufgesetzt. Dümmer geht’s nimmer!
Prof. Dr. med. E. Chantelau, Diabetes-Fußambulanz, Klinik für Stoffwechselkrankheiten, Heinrich-HeineUniversität, Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
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