ArchivDeutsches Ärzteblatt5/1997Dermestril®: Hautfreundliches Matrixpflaster

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Dermestril®: Hautfreundliches Matrixpflaster

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Das klimakterische Syndrom hat heute – bei hohen Ansprüchen an Gesundheit und Lebensqualität – geradezu soziale Dimensionen erreicht, zumal die Östrogenzufuhr auch vor Osteoporose und kardiovaskulären Krankheiten schützt. Illusionen in bezug auf das Erhalten einer "ewigen Jugend" haben sich verflüchtigt; Risiken lassen sich durch zyklische Gaben von Gestagenen weitgehend ausschalten.
Die in der Östrogen-Substitution am längsten verwendete Anwendungsform ist die orale Gabe, die noch immer Standardverfahren der Medikation ist. Sie belastet allerdings den Magen/Darm und die primäre Leberpassage nach der Resorption. In der Leber reichern sich dadurch die Östrogene in einer etwa siebenfach höheren Konzentration gegenüber dem Blutplasma an, wodurch eine Reihe von erwünschten, aber auch unerwünschten metabolischen Reaktionen provoziert wird.
Erwünscht ist der Effekt auf Lipoproteine: LDL wird stark reduziert, HDL dagegen angehoben. Außerdem wird das sexualhormonbindende Protein stimuliert, das überschüssiges Androgen bindet und daher dem postmenopausalen Hirsutismus entgegenwirkt. Unerwünschte Effekte der oralen Östrogeneinnahme sind überhöhte Blutspiegel kurz nach der Resorption mit danach schnell absinkenden Konzentrationen. Durch Verstoffwechselung in Leber und Darm entsteht zunächst das Stoffwechselprodukt Östron, das im Organismus, um wirksam zu werden, wieder in Östradiol zurückverwandelt werden muß, erklärte Prof. Christian Lauritzen (Ulm) bei einer Pressekonferenz in Bergisch Gladbach.
Als Vorteile der Pflaster nannte Lauritzen eine insgesamt niedrigere Östrogen- dosis, weniger resorptionsbedingte Wirkspiegelschwankungen, so daß die Kinetik der endogenen Sekretion näher kommt als nach Einnahme von Tabletten. Am wichtigsten ist jedoch, daß das aus dem Pflaster resorbierte Östradiol unverstoffwechselt in den Kreislauf gelangt, da die erste Darm-Leber-Passage umgangen wird. Dadurch entfallen alle unerwünschten Reaktionen der ersten Leberpassage, beispielsweise werden Blutdruck und Gerinnungsfaktoren nicht tangiert. Das Pflaster sollte deshalb bei Patientinnen mit Risikofaktoren wie Hypertonie, Thrombo-embolie sowie Leber-Galle-Darm-Erkrankungen bevorzugt werden. Leber-GalleErkrankungen und akute Thromboembolie sind unter der Pflastermedikation von Östrogenen keine Kontraindikation, so Lauritzen.
Pflaster sind zweifellos ein Fortschritt in der Östrogen-Substitution für Frauen in den Wechseljahren. Die Compliance bei den Membranpflastern und bei den Matrixpflastern der ersten Generation läßt noch zu wünschen übrig. Ursache ist in erster Linie die Hautunverträglichkeit des Klebstoffes, der bei bis zu 15 Prozent der Anwenderinnen Hautreizungen provoziert. Die neue Generation der Matrixpflaster hat diesen Nachteil weitgehend eliminiert. Das Hormon befindet sich nun auch nicht mehr in einer Kammer in Alkohol gelöst, sondern ist in die Matrix des Pflasters eingebunden. Außerdem ist das Pflaster kaum noch sichtbar, was den Frauen sehr entgegenkommt.


Neue Generation
Diese Vorteile vereinigt das neue transdermale Estradiol-Matrixpflaster Dermestril®. Prof. Ivo Setnikar (Monza) nannte weitere positive Eigenschaften dieses Pflasters der neuen Generation:
1 enthält keine Resorptionsverstärker,
1 zuverlässige und gleichmäßige Estradiol-Resorption gewährleistet,
1 drei Dosisstärken verfügbar mit Abgabe von täglich 25, 50 oder 100 µg Estradiol, um die Dosis dem individuellen Bedarf der Frauen anpassen zu können,
1 einfach zu handhaben, hervorragend verträglich und kosmetisch ansprechend.
In elf gynäkologischen Praxen im Raum Köln wurde Dermestril® an 262 post-menopausalen Patientinnen geprüft. 133 wurden mit Dermestril®, 129 mit dem Referenzpflaster behandelt. Die 40- bis 60jährigen Frauen klagten über klimakterische Beschwerden; Hitzewallungen waren obligatorisches Symptom. In Teil eins der Studie erhielten die Patientinnen randomisiert Dermestril® oder das Referenzpflaster mit jeweils 4 mg Estradiol und einer transdermalen Abgaberate von 50 µg pro Tag. Die dreimonatige Anwendung der Pflaster geschah zyklisch (drei Wochen Therapie, eine Woche Pause) mit zweimaligem Pflasterwechsel pro Woche. Wenn mit dieser Dosierung kein ausreichender Effekt erzielt werden konnte, so durfte das Pflaster mit einer Abgaberate von 100 µg/Tag verwendet werden. Während der letzten elf Tage eines jeden Zyklus wurden zusätzlich 5 mg Medroxyprogesteronazetat täglich gegeben. In Teil zwei der Studie wurden die Patientinnen zehn Lunarmonate weiterbehandelt. Die Gesamtdauer der Behandlung betrug somit 13 Lunarmonate (gleich ein Jahr). Bei mehr als 90 Prozent der mit Dermestril® behandelten Patientinnen zeigte sich ein Therapieerfolg. Die Wirksamkeit ist konfirmatorisch äquivalent mit der eines bekannten Referenzpflasters.
Die lokale Verträglichkeit war in der Dermestril®-Gruppe deutlich besser als in der Vergleichsgruppe. Im Laufe der gesamten Studie klagten höchstens 25 Prozent der Patientinnen über leichte lokale Reaktionen mit Juckreiz oder Rötung. In der Referenzgruppe waren es dagegen bis zu 40 Prozent. Der Unterschied ist statistisch signifikant.
Das Haftvermögen war in beiden Gruppen gut, wobei der Anteil der Patientinnen, die die Haftfähigkeit als sehr gut bezeichneten, in der Dermestril®-Gruppe bis zu 69 Prozent betrug, in der Referenzgruppe dagegen nur bis zu 56 Prozent. Siegfried Hoc

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