ArchivDeutsches Ärzteblatt5/1997Ketoconazol gegen Kopfschuppen: Verlängerte rezidivfreie Intervalle

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Ketoconazol gegen Kopfschuppen: Verlängerte rezidivfreie Intervalle

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Kopfschuppen werden heute als Sonderform der seborrhoischen Der-matitis angesehen. Beide Erkrankungen stehen pathogenetisch mit einer übermäßigen Besiedlung der Haut mit Pityrosporum ovale (Malassesia furfur) in Verbindung. Dies war lange vermutet worden. Richtig durchzusetzen vermochte sich das Konzept jedoch erst, als mit dem Antimykotikum Ketoconazol eine spezifische Therapie entdeckt wurde.
Die Wirkung von Ketoconazol (Sempera®, Janssen) ist inzwischen durch zahlreiche Studien belegt. Es handelte sich jedoch zumeist um Kurzzeitbeobachtungen. Vielen Anwendern wurde bald klar, daß das Abtöten der Hautpilze die Probleme nur zeitweise löst. Nach Absetzen der Therapie kommt es früher oder später wieder zu einer Wiederbesiedlung der Haut und einem Kopfschuppenrezidiv. Für den Patienten ist die medizinische Therapie den kosmetischen Shampoos allenfalls quantitativ überlegen, indem sie die Zeit bis zum Rezidiv verlängert.
Eine Heilung ist jedoch nicht zu erwarten.Vor diesem Hintergrund ist eine Unter-suchung des Unternehmens Janssen-Cilag interessant, die Dr. P. De Doncker (Beerse/ Belgien) am Rande des 5. Kongresses der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie in Lissabon vorstellte. Hier wurden zwei Prozent Ketoconazol mit handelsüblichen Shampoos verglichen, die 1,5 Prozent Pyrithion-Zink und 2,5 Prozent Seleniumsulphid enthalten. Es zeigte sich, daß Ketoconazol die Zeit bis zum Erreichen einer bestimmten Malassesia-Konzentration in den Hautschuppen (> 200/mm3) im Vergleich zu Seleniumsulphid deutlich verlängert (28 statt elf Tage). Pyrithion-Zink nahm eine Mittelposition ein (18 Tage). Laut De Doncker ist auch die seborrhoische Wirkung und die irritative Wirkung auf der Kopfhaut deutlich geringer als in den Konkurrenzprodukten. Außerdem komme es zu einer Zunahme des Haarschaftdurchmessers und einer Verbesserung des Pilar-Index (Produkt aus Anteil anagener Haare mit dem Haarschaftdurchmesser). Es wurden Fotos vorgelegt, nach denen es nach Anwendung von Ketoconazol zu einer eindrucksvollen Besserung einer androgenen Alopezie kam. Klinische Studien hierzu wurden jedoch nicht präsentiert. Rüdiger Meyer
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