ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2005Osteoporose: Neues Bisphosphonat als Monatstablette

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Osteoporose: Neues Bisphosphonat als Monatstablette

Dtsch Arztebl 2005; 102(44): A-3043

Vetter, Christine

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LNSLNS Patienten zur Compliance zu motivieren ist eine große Herausforderung. Das gilt insbesondere bei langsam progredient verlaufenden Erkrankungen, die bei den Betroffenen zunächst keinen oder kaum einen Leidensdruck auslösen, wie es beispielsweise bei der Osteoporose der Fall ist. Viele Frauen nähmen bereits nach wenigen Monaten die verordneten Bisphosphonate nicht mehr ein, berichtete Prof. Dr. med. Jutta Semler (Berlin) in Friedrichsruhe.
Neben der Furcht vor potenziellen Nebenwirkungen oder dem Vergessen der Medikamenteneinnahme kommt bei den Bisphosphonaten als Grund für eine eingeschränkte Therapietreue erschwerend der komplexe Einnahmemodus hinzu: Die Tabletten müssen nüchtern und in aufrechter Haltung eingenommen werden, und die Patienten müssen für weitere 30 bis 60 Minuten nüchtern und in aufrechter Haltung bleiben.
Rückgang der Frakturrate
Eine Verbesserung der Compliance versprechen sich die Ärzte von Ibandronat (Bonviva®), einem Bisphosphonat, das infolge seiner hohen Wirkpotenz nur einmal monatlich eingenommen werden muss. Dass der Wirkstoff einen statistisch signifikanten Rückgang der Frakturrate bei der Osteoporose bewirkt, hat unter anderem die BONE-Studie (Oral Ibandronate Osteoporosis Vertebral Fracture Trial in North America and Europe) mit 2 946 postmenopausalen Frauen erwiesen.
Sie wurden nach Aussage von Prof. Dieter Felsenberg (Berlin) drei Jahre lang placebokontrolliert mit täglich 2,5 mg Ibandronat oral oder intermittierend jeden zweiten Tag mit 20 mg der Substanz behandelt, und zwar zwölfmal alle drei Monate. Dies führte zu einer Reduktion der Rate neu aufgetretener vertebraler Frakturen um 62 Prozent.
In der MOBILE-Studie (Monthly Oral Ibandronate in Ladies), einer Einjahresstudie, wurde nach Angabe von Felsenberg nachgewiesen, dass die einmal monatliche Einnahme von Ibandronat ebenso wirksam ist wie die tägliche Gabe des Bisphosphonates. Die Untersuchung sollte den Nachweis der Nicht-Unterlegenheit (Non-Inferiority) erbringen, sodass die Daten der BONE-Studie auch auf die monatliche Einnahme übertragen werden können.
Änderung der Knochendichte
Primärer Endpunkt der MOBILE-Studie, in die 1 609 postmenopausale Frauen einbezogen waren, war die Knochendichteänderung in den lumbalen Wirbelkörpern nach zwölf Monaten. Es wurde, wie erwartet, „Non-Inferiority“ nachgewiesen. Alle Therapieregime mit monatlicher Gabe erwiesen sich bei den Einjahresdaten im primären Endpunkt der täglichen Applikation als zumindest ebenbürtig.
Ibandronat weist zugleich eine gute Verträglichkeit auf. „Die Verträglichkeit ist bei der nur monatlichen Einnahme sogar noch etwas besser, weil die Schleimhaut im Gastrointestinaltrakt sich bei einer Schädigung durch das längere Einnahmeintervall besser erholen kann“, betonte Felsenberg. Christine Vetter

Journalisten-Workshop „Monatstablette – Zukunft in der Osteoporosetherapie“ in Friedrichsruhe, Veranstalter: Hoffmann-La Roche und GlaxoSmithKline
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