ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2006Medizingeschichte(n): Syphilis – Entdeckung des Erregers

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Medizingeschichte(n): Syphilis – Entdeckung des Erregers

Schott, H.

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LNSLNS Zitat: „Fall 1: A. K., 25jähr. Mädchen, früher nie krank; seit 20.1.1905 harter schmerzloser Knoten am linken großen Labium [1], seit ca. 22.2. Ausschlag und Kopfschmerz.
Befund am 3.3.1905: Papulo-squamöses Syphilid, allgemeine indolente Drüsenschwellung, gut mandelgroßer Primäraffekt am linken großen Labium und mehrere an der Oberfläche nur wenig erodierte Papeln an den Genitalien.
Es handelt sich demnach um eine etwa 2 1/2 Monate alte unkomplizierte Syphilis. Vor Beginn der merkuriellen Behandlung [2] wurde am 3. 3. 1905 eine linsengroße kaum erodierte Papel vom rechten Labium exzidiert. In den Ausstrichen von der Basalfläche und aus der Mitte der Papel fanden sich ziemlich zahlreich Spirochaeten des blassen Typus [3] (etwa in jedem vierten Gesichtsfeld ein Individuum).“

Fritz Schaudinn und Erich Hoffmann: Vorläufiger Bericht über das Vorkommen von Spirochaeten in syphilitischen Krankheitsprodukten und bei Papillomen [vom 10. April 1905]. In: Erich Hoffmann: Vorträge und Urkunden zur 25jährigen Wiederkehr der Entdeckung des Syphiliserregers (Spirochaeta pallida). Berlin 1930, Seite 41. – Der Zoologe Schaudinn (1871–1906) und der Dermatologe Hoffmann (1868–1959) entdeckten 1905 am Kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin den Syphiliserreger (Spirochaeta pallida). Das Zitat verweist auf die erste diesbezügliche Krankengeschichte. – [1] Schamlippe. [2] Quecksilberbehandlung vor Einführung des Salvarsan 1910. [3] Gemeint ist der Sypihiliserreger Spirochaeta pallida.

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