ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2006Die navigationsgestützte Knieendoprothetik – Eine Standortbestimmung unter evidenzbasierten Kriterien: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Die navigationsgestützte Knieendoprothetik – Eine Standortbestimmung unter evidenzbasierten Kriterien: Schlusswort

Lüring, Christian

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LNSLNS Es ist korrekt, dass die zitierten und als Level-1- und 2-Studien klassifizierten Arbeiten nicht ohne Einschränkung den Kriterien der Randomisierung im Sinne der evidenzbasierten Medizin (EbM) genügen. Den Publikationen fehlt genügend Transparenz hinsichtlich der Randomisierung, was das Problem der Vergleichbarkeit medizinisch-wissenschaftlicher Publikationen erneut unterstreicht. Abgesehen von diesen marginalen Schwächen haben wir uns bemüht, die qualifiziertesten vergleichenden Studien in einer Metaanalyse zu untersuchen. Dies gelingt sehr gut und kann die Vorteile der Navigation herausstellen. Ob die Achstendenz bei navigierter Knieprothese zum Valgus und bei konventioneller Implantation zum Varus hin (sofern man keine dichotome Aufschlüsselung vornimmt) medizinisch relevant und auf die Navigation zurückzuführen ist, sei dahingestellt. Die Navigation in der Knieendoprothetik hat sich jedenfalls bislang an vielen nationalen und internationalen Zentren durchgesetzt, und der Anteil der navigierten Knieendoprothesen an den 90 000 pro Jahr in Deutschland implantierten wird kontinuierlich zunehmen. Etwas kritischer sehen wir das Ende des Fazits und das Zitat von Wu: Sicherlich ist die oft sehr kontrovers geführte Debatte zur (EbM) in vielen Fällen überzogen und wird häufig auch durch die Kostenträger forciert; trotzdem müssen sich gerade neue und innovative Verfahren auf diese Weise bewähren, um Schwachstellen und vermeintliche Vorteile aufzudecken. Es ist die Aufgabe des Arztes, unter allen Optionen die optimale Therapieform herauszufinden. Selbstverständlich darf dies der Innovationsfreude im Bereich Arthrose, „tissue engineering“ und Gelenkersatz nicht zuwiderlaufen. Nur die kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Verfahren wird zu einer Verlängerung der Standzeit von Knietotalendoprothesen führen.

Dr. med. Christian Lüring
Orthopädische Klinik der Universität Regensburg
Kaiser-Karl-Allee 3, 93077 Regensburg

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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