ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2006Harald Clade verabschiedet: Der Fachmann als Journalist

VARIA: Personalien

Harald Clade verabschiedet: Der Fachmann als Journalist

Jachertz, Norbert

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Vom Marburger Bund geehrt: Frank Ulrich Montgomery (rechts) überreicht Harald Clade den Goldenen Ehren-Reflexhammer. Foto: Eberhard Hahne
Vom Marburger Bund geehrt: Frank Ulrich Montgomery (rechts) überreicht Harald Clade den Goldenen Ehren-Reflexhammer. Foto: Eberhard Hahne
Dr. rer. pol. Harald Clade, Redakteur des Deutschen Ärzteblattes, ist Ende Dezember in den Ruhestand getreten, obwohl niemand, der ihn kennt, ihn als Ruheständler ansehen wird.
Zum Deutschen Ärzteblatt ist Clade 1972 gekommen, und er hat der Redaktion trotz manch anderer verlockender Alternativen die Treue gehalten. Seine Neigung zum Schreiben hatte sich schon herausgebildet, als er im damaligen Deutschen Industrie-Institut, dem heutigen Institut der Deutschen Wirtschaft, sieben Jahre lang (von 1965 bis 1972) als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Publizist tätig war. Schon seine Dissertation (1972) verband wissenschaftliche Qualität mit journalistischer Ausdruckskraft, sie ist denn auch als Buch unter einem griffigen Titel: „Das kranke Krankenhaus. Reform der inneren Struktur“ auf den Markt gekommen.
Dem Krankenhauswesen ist Clade seitdem journalistisch verbunden geblieben. In der Redaktion des Deutschen Ärzteblattes war er der Krankenhausfachmann. Aber auch die Verbindung von Gesundheits- und Sozialpolitik mit den Sozialwissenschaften, insbesondere der Gesundheitsökonomie, lag ihm stets am Herzen. Zudem hatte er seine Spezialgebiete, so etwa die Gebührenordnung für Ärzte, die Rolle der privaten Kran­ken­ver­siche­rung, die ärztliche Alterssicherung und die Rehabilitation.
Harald Clade wurde am 20. August 1940 in Neustadt an der Weinstraße geboren. Er ist also Pfälzer, was er keineswegs verleugnet, ja er ist stolz auf diese Herkunft und auf seine Landsleute. Clade studierte zunächst in Mannheim, später in Köln und legte 1965 das Examen zum Diplom-Kaufmann ab; er war unter anderem ein Schüler des heute fast legendären Erich Gutenberg, des Erneuerers der Betriebswirtschaftslehre. Im späteren Studium wandte Clade sich verstärkt der Sozialpolitik zu. Auch hier hatte er einen herausragenden Lehrer, Wilfrid Schreiber, der heute noch als Vater der dynamischen Rente bekannt, aber auch verkannt ist. Im Deutschen Ärzteblatt nahm Dr. Clade eine besondere Rolle ein. Er war der erfahrene Fachmann, der gestrenge Kritiker, aber auch ein Anreger und Lehrer für die Jüngeren.
Die Ärzteschaft hat Harald Clade mit dem Ehrenzeichen der deutschen Ärzteschaft gewürdigt. Es wurde Clade 1997 vom damaligen Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Karsten Vilmar, verliehen. Norbert Jachertz
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