ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2006Stalkingopfer: Sensibilisierung und Vernetzung

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Stalkingopfer: Sensibilisierung und Vernetzung

Bühring, Petra

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Ein Stalker beobachtet sein Opfer.Foto: Becker & Bredel
Ein Stalker beobachtet sein Opfer.
Foto: Becker & Bredel
Pilotprojekt zur Kriminalprävention in Mannheim
Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung werden mindestens einmal im Leben Opfer von Stalking. Zu diesem Ergebnis kam 2004 die erste epidemiologische Untersuchung für Deutschland, durchgeführt von Mitarbeitern des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim (DÄ, Heft 43/2004). Stalkingopfer zeigen eine im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bedeutend schlechtere psychische Befindlichkeit und suchen häufig Ärzte, Psychotherapeuten und die Polizei auf. Bei der Beratung der Betroffenen und der Einschätzung ihres Gefährdungsrisikos bestehen jedoch Probleme: die zuständigen Stellen sind noch nicht ausreichend für die Thematik sensibilisiert und vernetzt.
Um Abhilfe zu schaffen, führt das Polizeipräsidium Mannheim in Kooperation mit dem ZI ein Pilotprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. med. Harald Dreßing durch, der auch für die ZI-Studie verantwortlich war. Dabei sollen Polizeibeamte über die Problematik Stalking aufgeklärt und sensibilisiert werden. Mithilfe eines vom ZI entwickelten Fragebogens kann der beratende Polizist standardisiert Opfer befragen, die Gefährdung einschätzen und weitere Maßnahmen empfehlen. Die Beratungsstellen vor Ort (Frauenhäuser, Weißer Ring) sollen mit der Polizei, Rechtsanwälten und Gericht vernetzt werden, damit ein koordiniertes Vorgehen ermöglicht wird. Die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der anonymen Daten soll weitere Erkenntnisse über Täter- und Opfermerkmale und deren Beziehung ermitteln, um noch gezieltere Interventions- und Präventionsmaßnahmen erarbeiten zu können. PB
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