ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2006Adipositas bei Kindern: Weitere Forschung notwendig

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Adipositas bei Kindern: Weitere Forschung notwendig

PP 5, Ausgabe Januar 2006, Seite 12

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LNSLNS Wissenschaftlerinnen der Universität Basel berichten über den neuesten Forschungsstand zur kindlichen Adipositas. Danach lassen sich die besten Erfolge mit multimodalen Behandlungsprogrammen erzielen, in denen Ernährungsmanagement, körperliche Aktivität und Verhaltenstherapie kombiniert werden. „Eine Ernährungsumstellung gelingt am effektivsten mit einem strukturierten Ernährungsplan wie ihn die Ampeldiät bietet“, berichten die Autorinnen. Mit körperlicher Aktivität lassen sich zusätzliche Effekte erzielen. Ob der Miteinbezug der Eltern in das Behandlungsprogramm immer nutzbringend ist, darüber gibt es verschiedene Ansichten. Einige Studien berichten davon, dass sich als hilfreich jene elterliche Kontrolle erwiesen hat, die ausgewogene, regelmäßige Mahlzeiten als soziale Anlässe garantiert, bei denen es keine verbotenen Lebensmittel gibt und bei denen die Kinder soviel essen, wie sie wollen. Andere Studien fanden keinen Effekt durch den Einbezug der Eltern auf das Körpergewicht der Patienten. Die Autorinnen regen standardisierte Vorgaben zur Durchführung vergleichbarer Therapieforschung bei Adipositas im Kindesalter an, weil es daran bisher mangelt. Offen sind weiterhin Fragen nach der differenziellen Indikation und nach klinischen Untergruppen. Darüber hinaus muss untersucht werden, ob und unter welchen Bedingungen die Gewichtsreduktion mit gewichtsreduzierenden Substanzen oder operativen Eingriffen unterstützt werden kann. ms

Munsch S, Biedert E, Roth B, Speck V, Roth S: Ambulante Behandlung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie 2005; 2: 89–103.

Dr. Simone Munsch, Institut für Psychologie, Missionsstraße 60/62, CH-4055 Basel
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