ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2006Allgemeinmedizin: Widerspruch

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Allgemeinmedizin: Widerspruch

Konitzer, Martin

Zu dem Beitrag „Die Episode als Grundlage der Dokumentation“ von Dr.med. Thorsten Körner et al. in Heft 46/2005:
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LNSLNS Der Artikel erzeugt in mehrfacher Hinsicht meinen hausärztlichen Widerspruch: Die Fälleverteilungssystematik nach Braun/Mader ist ein hinreichendes Instrument zur Darstellung der hausärztlichen Beratungsanlässe. Sie ist phänomenologisch – nur am Beratungsanlass orientiert, ICD-kompatibel und abrechnungsgekoppelt. Die Abkoppelung einer – auch nur probatorischen neuen – Dokumentationssystematik von der Abrechnung halte ich für einen Schelmenstreich. Gibt sie doch wieder Anlass zu Spekulationen, wie billig der Allgemeinarzt eigentlich arbeiten könnte angesichts seiner banalen, „wirklichen“ Behandlungsanlässe unter Absehung dann von den Chronikerdiagnosen und der allfälligen Multimorbidität. Die „Frustration“ der Hausärzte infolge von Dokumentationszwängen wird erwähnt, die angebotene Matrix im Fallbeispiel dürfte aber die Frustration nicht mindern. Mehrfache Hinweise auf Software, Zertifizierung und Pilotprojekt legen den Verdacht nahe, dass es den Autoren nicht nur um die viel beschworene „gute“ Dokumentation, sondern auch um die Einführung eines von den Allgemeinärzten zu finanzierenden Dokumentationssystems geht . . .
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Konitzer,
Ferdinand-Wallbrecht-Straße 6–8,
30161 Hannover
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