ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2006Arbeitszeitgesetz: Ich bin nur Opfer
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LNSLNS . . . Ich selbst bin eigentlich nur Opfer. Meine Frau ist Ärztin in einem Krankenhaus und arbeitet fast täglich Doppelschichten, d. h. mindestens 16 Stunden, und in der Regel auch ohne Mittagspause. Davon wird ja nur die Regelarbeitszeit bezahlt, was einem Stundenlohn von 12,50 Euro entspricht. Das heißt auch, das Krankenhaus kriegt zwischen 1 000 und 2 000 Stunden im Jahr von meiner Frau (und ihrer Familie) geschenkt. Und sie ist ja kein Einzelfall! Bei VW oder sonst wo in der Industrie wären die Gewerkschaften schon im Dauerstreik. Schließlich haben sie selbst mal für eine 40- und später 35-Stunden-Woche gestreikt. In der Gesellschaft werden dauerarbeitende und niedrigbezahlte Ärzte akzeptiert, und von den „Alten“ wird das Image des stets diensttuenden und immer helfenden Gottes in Weiß noch eifrig gepflegt. Dabei war es genau die Generation der 1965 in Dienst getretenen Ärzte, die dafür gesorgt hat, dass sehr viele junge Ärzte abgeschreckt durch die Hungerlohnzeit AiP und den noch immer währenden Arbeits- und Arbeitszeitbedingungen lieber in die Industrie und ins Ausland gegangen sind. Es geht auch nicht darum, nun unbedingt einen Haufen Geld nach Hause zu bringen, es geht auch nicht darum, sämtliche Überstunden zu verweigern, sondern es geht darum, ein vernünftiges Familienleben führen zu können, die Kinder nicht mehr nur schlafend zu sehen und auch dem Ehepartner zu ermöglichen, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können . . .
Frank Plath, 07318 Saalfeld
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