MEDIZIN: Diskussion

Erektile Dysfunktion: Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie: Schlafapnoe als mögliche Ursache

Dtsch Arztebl 2006; 103(3): A-130

Hein, Holger; Magnussen, Helgo

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In dem sehr informativen Artikel sollte hinsichtlich der notwendigen Diagnostik auch erwähnt werden, dass das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) eine mögliche Ursache einer erektilen Dysfunktion sein kann.
Mindestens ein Drittel der Patienten mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom haben nach Fallstudien eine erektile Dysfunktion (1). Umgekehrt zeigte die Untersuchung von Patienten mit erektiler Dysfunktion bei 32 Prozent (10 von 31 Männern) (2), dass zugleich ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom bestand. Die Untersuchung von Patienten mit erektiler Dysfunktion und obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom ergab eine Abschwächung des bulbokavernösen Reflexes bei 17 von 25 Personen (68 Prozent) (3). Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom sind oft Hypertoniker. Die gegebenenfalls notwendige medikamentöse Therapie kann eine erektile Dysfunktion verstärken. Unter einer adäquaten Therapie eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms besserte sich eine erektile Dysfunktion bei einem Drittel (4) beziehungsweise der Hälfte (1) der Behandelten. Die Zahl der Erektionen im Schlaf stieg von 0,9 ± 0,9 auf 2,4 ± 0,9 pro Nacht, ebenso die Tumeszenz-Zeit und das Tumeszenz-Maximum (1).
Die Publikationen zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen der erektilen Dysfunktion und dem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom. Daher sollte auch nach einfachem Schnarchen, lautem und unregelmäßigem Schnarchen sowie vom Partner oder selbst bemerkten Atempausen gefragt werden.

Literatur
1. Guilleminault C: Clinical features and evaluation of obstructive sleep apnea. In: Kryger MH, Roth T, Dement WC (Hrsg.): Principles and practice of sleep medicine (2. Auflage), Philadelphia: PA, WB Saunders 1994.
2. Pressman MR, Di Phillipo MA, Kendrick JI, Conroy K, Fry JM: Problems in the interpretation of nocturnal
penile tumescence studies: disruption of sleep by
occult sleep disorders. J Urol 1986; 136: 595–8.
3. Fanfulla F, Malaguti S, Montagna T, Salvini S, Bruschi C, Crotti P, Casale R, Rampulla C: Erectile dysfunction in men with obstructive sleep apnea: an early sign of nerve involvement. Sleep 2000; 23: 775–81.
4. Karacan I, Karatas M: Erectile dysfunction in sleep
apnea and response to CPAP. J Sex Marital Ther 1995; 21: 239–47.

Dr. med. Holger Hein
Leiter des Schlaflabors

Prof. Dr. med. Helgo Magnussen
Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Großhansdorf
Wöhrendamm 80, 22927 Großhansdorf

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