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Risikofaktoren wie Hypertonie, Hypercholesterinämie, Prostataerkrankungen, Diabetes mellitus, Tabakabusus und andere sind häufige Faktoren für Impotenz – wie im Artikel erwähnt. Dabei liegt jedoch die Prävalenz einer venös bedingten erektilen Dysfunktion zwischen 25 und 78 Prozent. Diese Patienten sind primär impotent oder werden impotent in den ersten Lebensdekaden. So fand Pfeiffer bei impotenten Männern in 28 Prozent der Fälle ein venöses Leck (1); nach Virag hatten 20 Prozent der Patienten mit erektiler Dysfunktion eine kavernöse Insuffizienz (2). Diese Patientengruppe findet in der Arbeit überhaupt keine Erwähnung. Das ist bedauerlich, da es sich in der Mehrzahl um junge Männer handelt, denen verschiedene Therapieoptionen angeboten werden können.
Die Ursache des venösen Lecks liegt in der kavernösen Insuffizienz und nicht in den dargestellten dilatierten Venen. Das venöse Leck wird mittels pharmakoinduzierter Duplexsonographie, Kavernosometrie- und Kavernographie diagnostiziert. Im letzteren Verfahren wird dann das venöse Leck über den Venae dorsales penis profundae dargestellt. Als Therapieoption bietet sich eine interventionelle Katheterbehandlung über die Vena femoralis an. Während des Eingriffs werden die insuffizienten Venen mit Gewebekleber verschlossen. Dieser Eingriff kann auch ambulant durchgeführt werden.
Es sind auch antegrade Embolisierungen möglich, ebenso venenchirurgische Verfahren. Bei entsprechender Selektion des Krankenkollektivs ist mit guten Früh- und Spätergebnissen zu rechnen.
Gerade bei jüngeren Männern muss unbedingt ein venöses Leck ausgeschlossen werden, da diese Patienten minimalinvasiv erfolgreich behandelt werden können.

Literatur
1. Pfeifer G, Terhorst B: Chirurgische Therapie bei erektiler Impotenz vaskulärer-venöser Genese. Urologe 1988; 27: 139–41.
2. Virag R, Frydman D, Leyman M: Intracavernous injections of papaverin as a diagnostic and therapeutic method in erectile failure. Angiology 1984; 35: 79–87.

Prof. Dr. med. Steffen Basche
Institut für diagnostische und interventionelle
Radiologie und Neuroradiologie

Dr. med. Klaus Elsebach
Klinik für Urologie
Helios Klinikum Erfurt GmbH
Nordhäuser Straße 74, 99089 Erfurt

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