ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2006Hypertoniebehandlung: Synergistische Effekte von Statin und Kalzium

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Hypertoniebehandlung: Synergistische Effekte von Statin und Kalzium

Vetter, Christine

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LNSLNS Hypertoniker brauchen ein umfassendes Risikomanagement, um vor kardiovaskulären Ereignissen geschützt zu sein. Besonders gut ist die Schutzwirkung neuen Daten zufolge, wenn sie mit einem Statin plus einem Kalziumantagonisten behandelt werden. Das hat eine weitere Auswertung der ASCOT-Studie (Anglo Scandinavian Cardiac Outcome Trial) ergeben, die bei der Hochdruckligatagung in Berlin vorgestellt wurde.
Die ASCOT-Studie unterteilt sich in zwei Teilstudien: den ASCOT-BPL-Arm, in dem die Auswirkung einer antihypertensiven Behandlung mit dem Kalziumantagonisten Amlodipin (und im Bedarfsfall zusätzlich Perindopril) im Vergleich zu einer Behandlung mit dem Betablocker Atenolol (und im Bedarfsfall einem Diuretikum) untersucht wurde, und den ASCOT-LL-Arm, in dem Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten zusätzlich zu den jeweiligen Antihypertensiva den Lipidsenker Atorvastatin erhielten.
Die antihypertensive Behandlung mit Amlodipin führte im ASCOT-BLP-Arm laut Prof. Gerd Klose (Bremen) zu einer Reduktion des kombinierten primären Endpunktes (nichttödliche Infarkte und tödliche koronare Herzkrankheiten – KHK) um zehn Prozent, die allerdings nicht signifikant war. „Wahrscheinlich war die Studie aus statistischer Sicht viel zu klein (underpowered)“, betonte Klose: Signifikant reduziert worden seien die sekundären Endpunkte und insbesondere die kardiovaskuläre Mortalität sowie die Gesamtsterblichkeit. Außerdem sei ein Diabetes mellitus in der Amlodipin-behandelten Patientengruppe rund 30 Prozent seltener aufgetreten als in der Vergleichsgruppe.
Bei Patienten, die im ASCOT-LL-Arm zusätzlich mit Atorvastatin behandelt wurden, reduzierte sich der primäre Endpunkt um 36 Prozent, wie die aktuelle Analyse ergeben hat. Gegenüber Placebo sinkt demnach die Rate nichttödlicher Herzinfarkte und einer tödlichen KHK bei der kombinierten Behandlung mit Atorvastatin und Amlodipin bei Patienten mit Hypertonie und Fettstoffwechselstörung um 53 Prozent. Die Ursache dürfte in synergistischen Effekten der beiden Wirkstoffe zu suchen sein, sagte Klose: „Atorvastatin besitzt offenbar in der Kombination mit Amlodipin einen hohen klinischen Nutzen.“ Christine Vetter

Symposium „Individuelle Risikostratifizierung als Basis für eine Therapieentscheidung beim Hypertoniker" anlässlich der 29. Wissenschaftlichen Tagung der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks – Deutsche Hypertonie-gesellschaft, Veranstalter: Pfizer
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