ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2006Influenzapandemie: Rechtzeitige Impfung empfohlen
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LNSLNS Solange sich der nationale Influenza-Pandemieplan (Teil I–III) und das „Flussdiagramm-Vorgehen bei V.a. aviäre Influenza“ mehr mit Probentransport, Meldewegen, Aufbau verschiedener Surveillancesysteme und Surveys beschäftigen, um damit Geld zum Ausbau von Laborressourcen zu besorgen, wird wohl eine wirksame frühzeitige Eindämmung eines pandemiefähigen Virus nicht stattfinden. Der große logistische Aufwand und die finanziellen Ausgaben fordern ja geradezu – zur Rechtfertigung – eine Pandemie. Und dann schreiben auch noch Herr Hoppe und Mitarbeiter, dass die Eigenbevorratung von antiviralen Arzneimitteln in erheblichem Maße in der individuellen Entscheidung des Patienten liegt und von diesem getroffen werden muss. Da frage ich mich als Allgemeinmediziner, warum diese Substanzen nicht gleich over-the-counter im Supermarkt dargeboten werden. Ich selbst empfehle niemandem, das Medikament zu Hause zu bevorraten. Im Zusammenhang mit der Jod-Einnahme nach dem Tschernobyl-Gau, im Zusammenhang mit der Ausbreitung der antibiotikaresistenten Keime in der Landwirtschaft und im Zusammenhang mit Resistenzentwicklungen bei Malaria gibt es einige gute Beispiele, weshalb Medikamente nur nach strenger Indikationsstellung durch einen Arzt verordnet werden sollten. Wie die fast schon vergessene SARS-Infektion gezeigt hat, kann man die durch Tröpfcheninfektion übertragbaren Krankheiten hervorragend durch Mundschutz und Händedesinfektion verhindern – jeder Einzelne kann dadurch aktiv und preiswert seine eigene Ansteckung vermeiden. Ich empfehle allen Kindergartenkindern, Schülern, Studenten, Kindergärtnern, Lehrern, Dozenten, Professoren, Köchen, Kellnern, Barmixern, Türstehern, . . . Politessen, Streetworkern, Sozialarbeitern, dem Pflegepersonal, Altenpflegern, Austrägern von Essen auf Rädern, Zahnärzten, Kollegen und allen Patienten, die Tamiflu für ihre Hausapotheke verlangen, die rechtzeitige Impfung gegen Influenza, HiB und Pneumokokken, und wenn der humanpathogene H5N1-Virus kommt, notfalls den Mundschutz und die Händedesinfektion.
Tilmann Luppold (MSc),
Neckarhauser Straße 79,
68535 Edingen-Neckarhausen
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