ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2006PKV: Konkurrenzdenken ausschließen
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LNSLNS Die bestechende Unlogik des Nebeneinanders von PKV und GKV wird durch die Argumente von Herrn Uleer verdeutlicht. Wenn ein PKV-Mitglied risikoadjustiert sein Risiko absichert, so sichert er im Gegenschluss dazu nicht das Risiko der Solidargemeinschaft und auch der Kandidaten mit schlechtem Gesundheitszustand mit ab. Ein PKV-Mitglied muss mit seinem Verdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen und gesund sein – ist also im Allgemeinen zu den Gutverdienern zu zählen. Warum genau die Bevölkerungsschicht mit hohem Einkommen nichts für das Solidarsystem tut, ist mir unklar. Sollte nicht zunächst einmal jeder Mensch in Deutschland einkommensabhängig seinen solidarischen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten? Dazu kann dann jeder – je nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit – sich selbst noch (risikoadjustiert) versichern. Die PKV sollte also nicht in Konkurrenz zur GKV stehen, sondern als weiterer Baustein in der Gesundheitsabsicherung. Wie sollen die Leistungserbringer denn dem GKV-Patienten an der Grenze der Beitragsbemessung erklären, dass er zwar ein Vielfaches in das Solidarsystem einzahlt, aber er benachteiligt wird gegenüber einem Gutverdiener, der nur sein (meist geringes) Risiko abgesichert hat?
Dr. med. Björn Mehlhorn,
Neugasse 10, 07743 Jena

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