ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Tarifverhandlungen der Klinikärzte: Positive Signale

SEITE EINS

Tarifverhandlungen der Klinikärzte: Positive Signale

Richter-Kuhlmann, Eva

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es kommt Bewegung in die Tarifauseinandersetzungen. Abgesagt sind die für Februar geplanten Ärztestreiks an den kommunalen Kliniken. Stattdessen dreht sich das Verhandlungskarussell des Marburger Bundes auf Hochtouren. „Jetzt herrscht Friedenspflicht“, gab Dr. med. Frank Ulrich Montgo-mery, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes (mb), am 26. Januar bekannt. Hintergrund ist die Entscheidung der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, nun doch mit dem mb in Tarifverhandlungen für die Ärztinnen und Ärzte der 700 kommunalen Krankenhäuser einzutreten.
Auch die mb-Gespräche mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder über die Arbeitsbedingungen an den Universitätskliniken, die derzeit im Wochenrhythmus stattfinden, scheinen konstruktiv zu verlaufen. „Aus Eckpunkten werden jetzt Paragraphen“, berichtete Montgomery. Bislang noch ausgeklammert würden allerdings die Entgelttabellen; eine Einigung darüber sei erst am Ende der Verhandlungen zu erwarten.
Die Forderungen des mb in beiden Verhandlungsrunden sind eindeutig: „Wir wollen eine genaue Erfassung der Arbeitszeit, die Anerkennung der Bereitschaftszeit als Arbeitszeit, eine Vergütung sämtlicher Arbeit sowie einen erhöhten Grundlohn“, sagte Montgomery. Als Maximalforderung werden nach wie vor 30 Prozent mehr Gehalt genannt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft weist diese Forderung des mb als „maßlos und völlig überzogen“ zurück. Man könne nicht eine nachhaltige Verkürzung der Wochenarbeitszeit und gleichzeitig eine massive Lohnerhöhung verlangen.
Naturgemäß wird das Verhältnis zwischen den Arbeitgebern und der Ärztegewerkschaft nie frei von Spannungen sein. Die Verhandlungsbereitschaft der kommunalen Träger ist jedoch ein positives Signal. Denkbar wäre auch ein weiteres Entgegenkommen des mb. „Eine 38,5-Stunden-Woche ist kein Dogma“, kündigte Montgomery bereits an. Er könne sich auch die flexible Vereinbarung einer höheren Grundarbeitszeit vorstellen. Bis Ende Mai werde man – da ist der mb-Vorsitzende optimistisch – einen Kompromiss erzielen. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema