ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Nachgefragt: Dieter Hundt

POLITIK

Nachgefragt: Dieter Hundt

Dtsch Arztebl 2006; 103(5): A-228 / B-197 / C-193

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Foto: BDA
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DÄ: Wie viele neue Arbeitsplätze könnten mit dem BDA-Konzept geschaffen werden?
Dieter Hundt: Die positiven Beschäftigungseffekte kommen dadurch zustande, dass der hohe Abgabenkeil zwischen Arbeitskosten des Arbeitgebers und Nettoeinkommen des Arbeitnehmers reduziert wird.
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in seinem Jahresgutachten 2003/
2004 eine Simulationsanalyse zu den Beschäftigungseffekten eines Gesundheitsprämienmodells durchgeführt. Demnach würde das Modell des Sachverständigenrates mittelfristig zu einer Beschäftigungszunahme von zwei bis fünf Prozent führen, wenn alle anderen Rahmenbedingungen unverändert bleiben. Diese Größenordnung dürfte auch für das BDA-Prämienmodell realistisch sein.

DÄ: Wären Sie auch mit der Lösung zufrieden, die Arbeitgeberbeiträge einzufrieren?
Dieter Hundt: Die Arbeitgeberbeiträge einzufrieren hieße, auf halber Strecke des notwendigen Weges stehen zu bleiben. Denn jede Steigerung im Tarifentgelt und jede Anhebung der Beitragsbemessungsgrundlage würde weiterhin zu einer Erhöhung des Arbeitgeberbeitrages führen – mit allen schädlichen Folgen für Wachstum und Beschäftigung. Es muss zu einer vollständigen Abkoppelung der Gesundheitskosten vom Faktor Arbeit kommen. Dies gelingt mit dem von der BDA vorgeschlagenen Gesundheitsprämien-Modell.

DÄ: Die SPD-Abgeordnete Carola Reimann hat gefordert, die paritätische Besetzung der Selbstverwaltung in der GKV zu beenden, sollten die Arbeitgeberbeiträge eingefroren werden. Was halten Sie davon?
Dieter Hundt: Ein Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge bedeutet nach wie vor eine Mitfinanzierung der GKV durch die Arbeitgeber. Und in der Unfallversicherung gibt es auch eine paritätische Besetzung der Selbstverwaltungsorgane, obwohl hier die Arbeitgeber sogar die Beiträge alleine aufbringen.
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