ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Somatisierungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen: Schlusswort
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LNSLNS Im Hinblick auf Differenzialdiagnose und Komorbidität bei Somatisierungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sind Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität häufig. Der Subtyp ohne Hyperaktivität (ICD 10: F98.8), von dem Mädchen häufiger betroffen zu sein scheinen, wird aufgrund fehlender expansiver Verhaltensweisen in der Tat oft später erkannt oder übersehen. Bei Vorliegen einer Aufmerksamkeitsstörung sollte, wie auch von Frau Simchen hervorgehoben, selbstverständlich zunächst eine adäquate, wenn notwendig auch pharmakologische Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung mit Stimulanzien oder Atomoxetin erfolgen. Falls sich hierüber in Kombination mit den dargestellten Behandlungsmaßnahmen keine ausreichende klinische Verbesserung der Somatisierungsproblematik ergibt und zum Beispiel weiterhin die Schule nicht oder sehr unregelmäßig besucht werden kann, muss eine zusätzliche pharmakologische Behandlung mit einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer erwogen werden. Die zugrundeliegenden Interaktionen des Neurotransmittersystems sind sicherlich zum jetzigen Zeitpunkt durch die bisher vorliegenden empirischen Daten nur in Ansätzen erklärbar. Die von Frau Simchen beschriebenen psychodynamischen und lernpsychologischen Aspekte sind rfahrungsgemäß in jedem Einzelfall unterschiedlich zu berücksichtigen. Eine ausführliche Darstellung der Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern und Jugendlichen hätte den Rahmen unserer Übersichtsarbeit deutlich überschritten. Keinesfalls ist jede Somatisierungsstörung des Kindes- und Jugendalters auf ein ADS zurückzuführen.

Prof. Dr. med. Beate Herpertz-Dahlmann
Dr. med. Ulrich Hagenah
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Universitätsklinikum Aachen
Neuenhofer Weg 21, 52074 Aachen

Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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