ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Unkonventionelle Therapien der multiplen Sklerose – Nutzen unklar: Klare Einteilungen
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LNSLNS Es ist begrüßenswert, dass die unkonventionellen Therapien kritisch beleuchtet wurden. Leider besteht dabei die große Gefahr, dass die echten, die klassischen Naturheilverfahren (zum Beispiel Phytotherapie), die mit ihren Grenzen und Möglichkeiten Teil der Schulmedizin sind, darunter mit subsumiert werden. Auf dem Gebiet der Naturheilkunde haben wir in der einschlägigen Fachliteratur klare Einteilungen, wie wir sie auch den Studenten im neuen obligatorischen Querschnittsbereich „Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren“ vermitteln.
Das Fazit der Ausführungen, nämlich „für keine der unkonventionellen Therapien liegt ausreichend wissenschaftliche Evidenz vor, um sie empfehlen zu können“, ist eine Selbstverständlichkeit, denn dies gerade zeichnet per definitionem den Begriff „unkonventionelle Therapien“ aus.
Eine Differenzierung zu den klassischen Naturheilverfahren würde Evidenzlagen zeigen, wie sie auch zu anderen schulmedizinischen Therapieverfahren bei der MS vorliegen, wobei sich damit eine gänzlich andere Bewertung der Naturheilkunde ergeben hätte. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Autoren dies im Text klargestellt hätten und zunächst definiert hätten, was sie unter „unkonventionellen Therapien“ verstehen.

Priv.-Doz. Dr. med. André-Michael Beer, M.Sc.
Modellabteilung für Naturheilkunde
Klinik Blankenstein
Im Vogelsang 5–11
45527 Hattingen

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