ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Kardiovaskuläre Erkrankungen: Mit CARRISMA das individuelle Risiko stratifizieren

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Kardiovaskuläre Erkrankungen: Mit CARRISMA das individuelle Risiko stratifizieren

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Das Risiko eines Patienten, mit Metabolischem Syndrom oder Diabetes Typ 2 an einer koronaren Herzkrankheit (KHK) zu sterben, entspreche dem eines KHK-Patienten in der Primärprävention, erinnerte Dr. Karl Winkler (Freiburg). Augenfälliges Merkmal des Metabolischen Syndroms sei die Fettleibigkeit, wobei der Taillenumfang – unter 102 Zentimetern bei Männern (soll auf 94 Zentimeter heruntergesetzt werden) und 88 Zentimetern bei Frauen – als Marker des „viszeralen Fetts“ eine wichtige Rolle spielt.
Qualitative und quantitative Lebensstilfaktoren
Für die Entwicklung von kardiovaskulären Erkrankungen ist nicht der einzelne Risikofaktor relevant, sondern ihre Summe aus Alter, Geschlecht und den modifizierbaren Faktoren Dyslipoproteinämie, Hypertonie, Insulinresistenz, Rauchen und Bewegungsmangel.
Um das Gesamtrisiko eines Patienten für kardiovaskuläre Krankheiten besser abschätzen zu können und eine Basis für angemessene therapeutische Maßnahmen zu bekommen, wurden verschiedene Risikotabellen entwickelt, die speziell für Patienten in der Primärprävention zugeschnitten sind. Optimiert wurde nun das kardiovaskuläre Risikomanagement durch CARRISMA (CARdiovaskuläres RISikoMAnagement in der Primärprävention).
Dieses Instrument berücksichtigt bei der Risikostratifizierung neben LDL-Cholesterin und Blutdruck auch Bewegungsmangel, Übergewicht und die Anzahl der gerauchten Zigaretten. Die Software ist unter der Regie von Prof. Helmut Gohlke (Bad Krozingen) entwickelt worden. Sie ermöglicht eine differenzierte Risikostratifizierung und individuelle Beratung des Patienten.
Wenn man CARRISMA zur Risikoermittlung nutzt, legt man zunächst einen der drei bekannten Risikoscores (PROCAM, ESC oder FRAMINGHAM) als Grundlage fest. Danach werden die Lebensstilfaktoren erfasst, auf deren Basis der verwendete Risikoscore individuell modifiziert wird. Dabei kann es zu erheblichen Abweichungen vom traditionell ermittelten Risiko kommen. „Ein 40-jähriger Patient, der im PROCAM-Score ein 10-Jahres-Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis von sieben Prozent hat, kann bei CARRISMA bis zu 25 Prozent erreichen, wenn er viel raucht und eine Adipositas aufweist“, erläuterte Gohlke. Damit ist eine medikamentöse Therapie indiziert.
Dyslipoproteinämie im Visier
Den größten Anteil am Gesamtrisiko haben Fettstoffwechselstörungen. Die Dyslipoproteinämie ist bei Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes durch erhöhte Triglyzeride, reduziertes HDL-Cholesterin und die besonders atherogenen dichten LDL-Cholesterin-Partikel gekennzeichnet. Dabei können die LDL-Werte durchaus im Normalbereich liegen.
Der Diabetiker mit einem LDL-Cholesterin von 100 mg/dl trägt daher ein ebenso hohes KHK-Risiko wie ein Nicht-Diabetiker mit 200 mg/dl LDL-Cholesterin. Die Prävalenz der „small-dense“-LDL-Partikel erreicht bei Typ-2-Diabetikern bis zu 80 Prozent.
Durch Gabe des Cholesterinsenkers Fluvastatin (Cranoc®) habe man in der Endpunktstudie LIPS (Lescol Intervention Prevention Study) gerade bei Typ-2-Diabetikern einen überproportional großen klinischen Nutzen erreichen können, betonte Winkler. Fluvastatin senkt nicht nur Triglyzeride und die dichten LDL-Partikel, es erhöht auch das gefäßschützende HDL-Cholesterin und reduziert damit deutlich das kardiovaskuläre Risiko. Außerdem wird Fluvastatin nicht über das Isoenzym Cytochrom P450 3A4 wie die meisten Arzneimittel verstoffwechselt, sodass dieses Statin auch mit Fibraten zusammen gegeben werden kann, ohne eine Rhabdomyolyse befürchten zu müssen.
Die CARRISMA-Software kann von Astellas Pharma (München) bezogen werden. Weitere Informationen unter www.carrisma.net. Siegfried Hoc

CARRISMA-Symposium „Kardiovaskuläres Risikomanagement und Risikostratifizierung“ in München, Astellas Pharma
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