ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006Tagesmütter: Bei Unfällen versichert

Versicherungen

Tagesmütter: Bei Unfällen versichert

Combach, Rolf

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LNSLNS Der Gesetzgeber will dazu beitragen, dass sich das Betreuungsangebot verbessert.

Wer als Tagesmutter Kinder betreut, ist jetzt gesetzlich unfallversichert. Diese sozialversicherungsrechtliche Besserstellung (Kinderbetreuungsgesetz) soll dazu beitragen, das Angebot an Kinderbetreuung auszubauen.
Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – allzu oft hakt es bei der Kinderbetreuung: zu wenig Plätze, zu infle-xible Betreuungszeiten. Mehr Tagesmütter sollen Abhilfe schaffen. Das Angebot an Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren soll ausgebaut werden. Bis 2010 sollen 230 000 neue Betreuungsplätze geschaffen werden, ein Drittel davon bei Tagespflegepersonen, also Tagesmüttern (oder -vätern). Mit dieser Zielsetzung trat 2005 das Tagesbetreuungsausbaugesetz in Kraft.
Längerfristig wird dadurch mit einer Erhöhung der Zahl der öffentlich geförderten Tagesmütter (und Tagesväter) von 10 000 auf 80 000 gerechnet. Tagesmütter, so sieht es das Gesetz vor, sollen besser ausgebildet und auf ihre Eig-nung hin geprüft werden. Zudem übernehmen die Jugendämter jetzt einen Teil der Beitragskosten zur gesetzlichen Unfallversicherung. „Wer regelmäßig Kinder aus verschiedenen Familien betreut, ist selbstständig in der Wohlfahrtspflege tätig und damit bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW) pflichtversichert“, erläutert Anke Grund von der BGW. Kommt es bei der Kinderbetreuung oder auf einem damit zusammenhängenden Weg zu einem Unfall, kann die Tagesmutter Leistungsansprüche geltend machen. Die BGW sorgt dann für eine bestmögliche medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation. Anke Grund: „Versicherungsschutz besteht nicht nur in den Betreuungsräumen, sondern zum Beispiel auch bei gemeinsamen Spielplatzbesuchen oder Ausflügen ebenso wie beim Gang zum Jugendamt.“
Tagesmütter müssen sich – wie alle Selbstständigen im Gesundheitswesen – innerhalb einer Woche nach Aufnahme ihrer Tätigkeit bei der BGW anmelden. Der BGW-Jahresbeitrag für die Pflichtversicherung lag 2004 in den neuen Bundesländern bei 66,15 Euro, in den alten bei 79,38 Euro.
Wichtig: Wer eine Tätigkeit als Tagesmutter ausübt, muss bei der Aufsichtspflicht der anvertrauten Kinder für eventuelle Personen-, Sach- oder Vermögensschäden haften, die durch eine Aufsichtspflichtverletzung entstehen. Dieses Haftungsrisiko sollte die Tagesmutter absichern: durch eine Sammelhaftpflichtversicherung des Jugendamtes oder durch die Erweiterung der privaten Haftpflichtversicherung. Bei einigen Tagesmüttervereinen gibt es für Mitglieder zudem die Möglichkeit, sich über eine Sammelhaftpflicht versichern zu lassen. Bei der privaten Haftpflichtversicherung sollte nachgefragt werden, ob die Aufsichtspflicht für Tageskinder mit im Versicherungsschutz enthalten ist oder ob der Versicherungsschutz entsprechend erweitert werden kann. Wer sich nicht privat versichern oder durch eine Sammelversicherung absichern kann, sollte unbedingt eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Rolf Combach
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