ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2006rund ums Geld: Auf Perlensuche

VARIA: Schlusspunkt

rund ums Geld: Auf Perlensuche

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Stock-Picking, die Suche nach unterbewerteten Einzeltiteln, ist im Prinzip eine wunderbare Sache. Der Teufel steckt allerdings, wie so oft, im Detail. Wann ist eine Aktie wirklich preiswert und gleichwohl vor dem Sprung, wann ist der Titel bloß billig und nicht mehr als Ramsch?
Wer sich dabei allerdings auf die Strategie „einmal Perle, immer Perle“ verlässt, kann böse Schiffbruch erleiden. Aixtron ist hierfür ein wunderbares Exempel. Die Aktie des Aachener Anlagebauers gehörte früher zu den Highflyern in vielen Depots und erreichte Spitzenkurse von mehr als 50 Euro. Davon ist Aixtron mit einer Notiz um 2,60 Euro heute meilenweit entfernt, und dennoch gilt das Papier selbst auf dieser Basis nicht als Schnäppchen, zu sehr belasten sinkende Auftragseingänge und steigende Verluste.
Auch der Premiere-Aktie kann derzeit mit Fug und Recht der Perlenstatus abgesprochen werden. Zwar ist der Medienwert aufgrund der Nachricht, dass die Fußballrechte nicht mehr an die Münchener vergeben werden, von der Börse schon ziemlich abgestraft worden, aber der Titel ist trotzdem noch zu teuer – ihn als Zockerpapier zu bezeichnen, erscheint durchaus angebracht.
Nach dem Verlust der TV-Rechte schließe ich einen dramatischen Anstieg der Probleme nicht mehr aus. Interessantes Indiz: Selbst Morgan Stanley, eine der Emissionsbanken von Premiere im Rahmen des Börsenganges, hat jüngst den Daumen gesenkt und seine Anlageempfehlung für den Titel von „übergewichten“ auf „untergewichten“ gesenkt. Im Börsendeutsch heißt das: verkaufen, und zwar auf der Stelle.
Bei der Perlensuche kann ein Blick nach Osten nicht schaden. Gerade dort boomen die Volkswirtschaften, und etliche Aktien aus diesem Raum sind von der großen Anlegerhorde noch nicht so richtig entdeckt worden. Mit Lietuvas Telekom kaufen Sie die führende litauische Telefongesellschaft, ebenso interessant ist auch die hierzulande bekannte Gorenje AG, dahinter steckt der marktstärkste Hersteller von Haushaltsgeräten in Osteuropa.
Aus dem medizinischen Sektor gefallen mir ganz gut Pliva und Zentiva. Pliva aus Kroatien gilt als größter Pharmakonzern Osteuropas, und hinter Zentiva steckt ein Generikahersteller aus Tschechien.
Auf noch nicht abgegrasten Weiden ernten ist ein guter Ansatz für effizientes Stock-Picking.


Leserservice: Masterliste „Börsenfavoriten 2006“
Gegen Einsendung eines mit 0,55 Euro frankierten und an Sie selbst adressierten Rückumschlages erhalten Sie von Börsebius seine persönlichen Aktienfavoriten. Schreiben Sie an Diplom-Ökonom Reinhold Rombach, Postfach 50 15 14 in 50975 Köln. Stichwort „Masterliste“. Als Bearbeitungsgebühr legen Sie bitte 5 Euro bar oder in Briefmarken bei.
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