ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2006Krankenhäuser: Mehr Ärzte

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Krankenhäuser: Mehr Ärzte

Dtsch Arztebl 2006; 103(6): A-297 / B-261 / C-249

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die jüngste Krankenhausstatistik bestätigt langjährige Trends: Die Privatisierung schreitet weiter voran, und die Krankenhäuser erbringen immer mehr ambulante Operationen. Auffallend ist vor allem, dass die Zahl der hauptamtlich tätigen Klinikärzte – trotz nahezu unveränderter Fallzahlen (vollstationäre Fälle plus ambulante Operationen) – gestiegen ist. Dies könnte ein erstes, wenn auch zaghaftes Indiz dafür sein, dass manche Krankenhäuser zusätzliche Ärzte einstellen, um etwas gegen die überlangen Arbeitszeiten zu unternehmen.
Ende 2004 gab es in Deutschland 2 166 Krankenhäuser; mithin 31 Einrichtungen weniger als im Vorjahr (minus 1,41 Prozent) und 245 weniger als bei Einführung der bundeseinheitlichen Krankenhausstatistik 1991 (minus 11,3 Prozent). Der Anteil privat getragener Krankenhäuser steigt kontinuierlich: Lag er 1991 noch bei 14,8 Prozent, erhöhte er sich bis 2004 auf 25,6 Prozent. Durch den Einstieg der Asklepios Kliniken beim LBK Hamburg und den Verkauf des Universitätsklinikums Marburg/Gießen an Rhön gewann diese Entwicklung zuletzt noch an Dynamik.
Die Zahl der vollstationär behandelten Patienten ging im zweiten Jahr in Folge zurück: um zwei Prozent auf 16,8 Millionen. Demgegenüber stieg die Zahl der ambulant erbrachten Operationen nach § 115b SGB V von 724 000 auf 1,16 Millionen (plus 60,2 Prozent).
Die durchschnittliche Verweildauer sank gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Tage auf 8,7 Tage. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Trägern marginal: In öffentlichen Krankenhäusern lagen die Patienten durchschnittlich 8,1 Tage, in freigemeinnützigen 8,3 Tage und in privaten 8,2 Tage. 1993 hatte die mittlere Verweildauer noch 12,5 Tage betragen.
Erneut gestiegen ist die Zahl der hauptamtlich tätigen Ärzte in den Kliniken: von 114 105 im Jahr 2003 auf 117 681 in 2004 (plus 3,1 Prozent). Das nichtärztliche Personal reduzierte sich hingegen auf 688 000 Vollkräfte (minus drei Prozent). Bei nahezu unveränderten Budgets stellen die Krankenhäuser somit auf Kosten des Pflege- sowie des Wirtschafts-/Versorgungsdienstes mehr Ärzte ein – vielleicht eine Reaktion auf das EuGH-Urteil zum Bereitschaftsdienst, den Ärztemangel und die Proteste der Klinikärzte gegen überlange Arbeitszeiten. Jens Flintrop
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