ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2006Arzneimittel: Kostenanstieg

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Arzneimittel: Kostenanstieg

Dtsch Arztebl 2006; 103(6): A-300 / B-264 / C-252

Rabbata, Samir

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Gegenüber 2004 sind die Arzneimittelausgaben im vergangenen Jahr um 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Foto: ddp
Gegenüber 2004 sind die Arzneimittelausgaben im vergangenen Jahr um 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Foto: ddp
Apothekerverbände kritisieren zu hohe Erwartungen der Politik.
Die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung hat im vergangenen Jahr 23,4 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Das sind 3,3 Milliarden Euro mehr als 2004, wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände mitteilte. Damit fiel der Kostenanstieg aber geringer aus als erwartet. Die Kassen hatten mit Ausgaben von 25 Milliarden Euro gerechnet.
Der Anstieg geht nach Angaben der ABDA zum Großteil auf Struktureffekte zurück, die mit Mehrausgaben von 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Darunter fallen unter anderem Kosten, die durch einen Wechsel von günstigen älteren Arzneien auf teurere neue Medikamente oder andere Packungsgrößen entstehen. Die Struktureffekte seien in den Finanztableaus der letzten Gesundheitsreformen nie berücksichtigt worden, kritisierte Dr. Frank Diener, ABDA-Geschäftsführer Wirtschaft und Soziales. Weitere zusätzliche Kosten von 910 Millionen Euro entstanden laut ABDA durch die Absenkung des Herstellerabschlags an die Krankenkassen. Zudem verordneten die Ärzte 2005 knapp fünf Prozent mehr Arzneimittel, was zu Mehrausgaben von 524 Millionen Euro führte.
Weitere 350 Millionen Euro führt die ABDA auf einen „statistischen Basiseffekt“ zurück. So habe die Ankündigung der Gesundheitsreform im letzten Quartal 2003 zu erheblichen Vorzieheffekten geführt. Diese müssten beim Vergleich des Jahres 2005 mit 2004 berücksichtigt werden. Zur Ermittlung der Ausgabenentwicklung sollte deshalb an das Jahr 2002 angeknüpft werden. So seien die Arzneimittelkosten im Laufe der letzten drei Jahre um allenfalls sechs Prozent gestiegen, erläuterte Diener. SR
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