ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2006Arzneimittel: Ärzte sind nicht die Schuldigen
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LNSLNS . . . Wir Ärzte sollten uns nicht immer als die Verdächtigen und Schuldigen – Worte aus der Gerichtsbarkeit – hinstellen lassen. Um eine gewünschte humane und dem Standard der Medizin entsprechende medikamentöse Therapie zu gewährleisten, sind in Deutschland einfach mindestens 25 Mil-
liarden Euro an Arzneikosten zu veranschlagen. Dies sollten unsere Standesvertreter auch unmissverständlich den verantwortlichen Politikern klarmachen. Ich stimme Herrn Kollegen Ulrich Weigeldt völlig zu, wenn er Bonus-Malus-Systeme für unsinnig hält und die bisherige, zum Nachteil unserer Patienten gut wirksame Angststeuerung durch „Regress“-Drohungen an den Pranger stellt. Überhaupt der Begriff Regress. Regress induziert, dass etwas zurückgezahlt werden soll, was jemand sich ungerechtfertigterweise angeeignet hat. Hier, in dem Zusammenhang von Arzneimittelverordnungen bei drohenden Strafzahlungen – auch ein Begriff aus der Gerichtsbarkeit – aus zu versteuerndem Gehalt, denn Honorar erhalten wir Ärzte schon lange nicht mehr – nur von Regress zu sprechen, halte ich für völlig falsch und irrefüh-
rend. Es sind und bleiben reine Strafzahlungen. Der Arzt, der Einzige, der von einer Medikamentenverordnung nichts hat, soll als Einziger dafür haften und bluten. Alle anderen „Profiteure“ – der Gesetzgeber (Steuern), der Großhandel und die Pharmafirmen (Umsatz), die Apotheken (Prämien und Umsatz) – kommen ungeschoren davon . . . Moderne Medizin braucht auch moderne, neue Arzneimittel, freie Ärzte und nicht nur Verdächtige, Schuldige und Strafandrohungen!
Dr. med. Hans-Jörg Wiedemann, Untere Bahnhofstraße 12,
91186 Büchenbach
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