ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2006Mozartjahr: „Die Stadt wird Bühne“

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Mozartjahr: „Die Stadt wird Bühne“

Wiegand, Ursula

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Mit zahlreichen Konzerten und Ausstellungen feiert die Barockstadt Salzburg ihren größten Sohn.

Am 27. Januar 1756 um 20 Uhr wurde der Barockstadt Salzburg ein Diamant in die Wiege gelegt und im Dom auf die Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Zu seinem 250. Geburtstag wird dieser Edelstein – Wolfgang Amadeus Mozart – auf Hochglanz poliert. Zur Feier ihres größten Sohnes bietet Salzburg, inzwischen Weltkulturerbe, in diesem Jahr mehr als 500 Veranstaltungen.
Unter dem Motto „Die Stadt wird Bühne“ begann das Mozartjahr mit einem Volksfest. Vom 27. bis 29. Januar wurde in Konzertsälen, auf Plätzen sowie in Innenhöfen musiziert, gelesen und getanzt. Weit mehr Gewicht besitzt die Ausstellung „Viva!
MOZART!“, ausgestattet mit wertvollen Leihgaben aus aller Welt, die bis 7. Januar 2007 in der restaurierten Neuen Residenz zu sehen ist. (Sie ist nun Heimat des Carolinum Augusteum, jetzt „SalzburgMuseum“.)
Im Hof erwartet ein hübscher „Mozart 2003“ (von Hermann Rastorfer) die Besucher nach oder vor ihrem Gang durch Mozarts Geburtshaus an der Getreidegasse 9. Dort können alle die kleine Geige des Wunderknaben bestaunen, der schon als Fünfjähriger ein Menuett komponierte. Seine Karriere verdankt Wolfgang Amadé seinem Vater und Hofkapellmeister Leopold Mozart, der ihn nicht nur das Lesen, Schreiben und Rechnen lehrte, sondern auch das Cembalo-, Orgel- und Geigespielen. Ein voller Erfolg wurde seine erste ausgedehnte Konzertreise nach Wien, wo der Sechsjährige – zusammen mit seiner fünf Jahre älteren Schwester Nannerl – sogar Kaiserin Maria Theresia entzückte.
Um heutigen Hörern ähnliche Freuden zu bereiten, zieht Salzburg sämtliche Register. Klangvolle Namen gastieren in der Stadt. Ein erstes Highlight war die (verlängerte) Internationale Mozartwoche Salzburg vom 20. Januar bis 5. Februar, die sich Mozarts frühen Werken widmete. Der 27. Januar bildete den Mittelpunkt. Beim Festakt hielt Nikolaus Harnoncourt, „Artist in Residence 2006“, eine Künstlerrede und bot mit den Wiener Philharmonikern sowie dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard Mozarts Klavierkonzert B-Dur KV 456 und die Symphonie g-Moll KV 550 dar.
Am 25. Januar hatte eine Karnevalsoper des 18-Jährigen Premiere: „La finta giardiniera“ (Gärtnerin aus Liebe), inszeniert von der Filmemacherin Doris Dörrie. Während der Salzburger Festspiele (vom 24. Juli bis 31. August) werden alle 22 Mozartopern in Szene gesetzt, von „Apollo et Hyacinthus“, dem Opernerstling des Elfjährigen, bis zu den letzten Werken, „Zauberflöte“ und „Titus“. Am 26. Juli wird mit der „Hochzeit des Figaro“ das „Haus für Mozart“ eröffnet. Zu Konzerten reisen zum Beispiel Sir Simon Rattle, Daniel Barenboim und Sir John Eliot Gardiner an. In den Kirchen sind alle Mozartmessen zu hören.
Außerdem werden in Mozarts Wohnhaus sämtliche Streichquartette erklingen. Das SalzburgMuseum zeigt Mozartfilme (gratis). Es gibt „Mozart4Kids“, einen Mozartball und ab 30. Juni „Amadeus“ auf der Seebühne Seeham. Einen Schlusspunkt setzt Harnoncourt mit Mozarts Requiem am 5. Dezember, dem Todestag des 1791 gestorbenen Musikgenies. Ursula Wiegand

Informationen: Detailprogramm unter www.salzburg.info, Gesamtprogramm unter www.mozart2006.net (auch die Veranstaltungen in Wien!). Internationale Mozartwoche Salzburg: Telefon: 00 43/(0)6 62-8 89 40, E-Mail: tickets@mozarteum.at, Internet: www.mozarteum.at. Salzburger Festspiele: Telefon: 00 43/ (0)6 62-8 04 50, E-Mail: info@salz
burgfestival.at, Internet: www.salz burgfestival.at.
Fotos: Ursula Wiegand
Fotos: Ursula Wiegand
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