ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2006Thrombose: Erstes Patientenregister startete Rekrutierung

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Thrombose: Erstes Patientenregister startete Rekrutierung

Dtsch Arztebl 2006; 103(6): A-354

Bischoff, Martin

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LNSLNS Bei Diagnostik und Therapie der tiefen Beinvenenthrombose (TVT) haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Veränderungen ergeben: Der Ultraschall hat sich als valide bildgebende Diagnostik etabliert, der D-Dimer-Test wird immer häufiger berücksichtigt, und selbst das Konzept der Vortestwahrscheinlichkeit beginnt sich zu verbreiten.
Die Behandlung der TVT ist nach Meinung von Prof. Sebastian Schellong (Dresden) gekennzeichnet durch die Verlagerung in den ambulanten Bereich sowie die weitgehende Abkehr vom unfraktionierten zum subkutan applizierten niedermolekularen Heparin. Auch würden die Patienten frühzeitig auf Vitamin-K-Antagonisten umgesetzt, wobei sich die Dauer der Erhaltungstherapie am Rezidivrisiko orientiert.
„Diese Neuerungen haben ihren Niederschlag in Leitlinien gefunden“, erklärte Schellong. Die Frage ist, wie es mit der Umsetzung im Praxisalltag aussieht. Wie gut ist das Ergebnis des diagnostischen Prozesses und des therapeutischen Vorgehens in der realen Versorgungssituation?
TULIPA, das erste Thrombose-Register in Deutschland, soll diese Fragen beantworten. Es wurde von GlaxoSmithKline unter Schirmherrschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften initiiert und soll die derzeitige Versorgungssituation von Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose mit oder ohne Lungenembolie flächendeckend für Deutschland abbilden. Dabei handelt es sich um eine Momentaufnahme, abgehoben auf die primäre ambulante Situation. TULIPA wird 400 Fachpraxen einschließen, denen Patienten mit Verdacht auf Beinvenenthrombose zugewiesen werden. In jeder dieser Praxen sollen fünf konsekutive Patienten rekrutiert werden, bei denen tatsächlich eine Thrombose festgestellt wird. Auch Patienten, bei denen sich der Verdacht nicht bestätigt, sollen in die Dokumentation eingehen. Entscheidend ist, dass im Rahmen der Studie das Vorgehen in den Praxen nicht beeinflusst werden darf. „Es werden keine Vorgaben gemacht“, betonte Schellong.
Ein Teil von TULIPA bezieht sich auf die Diagnostik: Welchen Weg hat der Patient durchlaufen, bevor er in die Fachpraxis kam, welche Methoden wurden bis zur diagnostischen Entscheidung beschritten? Stellt der betreuende Arzt fest, dass keine Thrombose vorliegt, dann werden diese Patienten nach drei Monaten nachverfolgt, um die Diagnose zu verifizieren. Dahinter steht die Absicht, eine in Studien ermittelte diagnostische Versagerrate von 1,5 Prozent mit der Wirklichkeit in Deutschland zu vergleichen. Die Rekrutierung der Teilnehmer hat im November begonnen. Im Dezember 2006 soll die 1-Jahres-Follow-up-Phase beendet werden. Martin Bischoff

Satellitensymposium „Behandlung von tiefen Beinvenenthrombosen und Lungenembolien“ in Berlin, Veranstalter: Glaxo-SmithKline
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